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Celeri 25 - März 2008
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Inhalt

Kleine Umfrage: Was ist wichtig an der Arbeit?

Bildliche Darstellung

Quasselstrippe II

Hausaufgaben

(Anm.: Celeri Ausgabe 26 erscheint Anfang April 2008)

 

Kleine Umfrage: Was ist wichtig an der Arbeit?

Einige Antworten der folgenden Umfrage dienten – vorgelesen – als Einleitung eines der regelmäßig von der Augsburger attac-Gruppe veranstalteten „Salons“. Dieser hatte das Thema „Arbeit“.
Ich möchte noch anmerken: Ich führte meine Interviews sehr unsystematisch und stellte meine Frage, wenn es „gerade paßte“, fand zunehmend Gefallen an den Antworten, so daß ich mehr Menschen befragte, als ich ursprünglich vorgehabt hatte.
Statistische Relevanz zu erzielen, Tendenzen in der Bevölkerung zu erfahren, lag nicht in meiner Absicht. Ich ging eher wie ein Schmetterlingssammler vor, der die häufigen Kohlweißlinge unbeachtet läßt und nach interessanteren, weil uncharakteristischen und aparteren Exemplaren Ausschau hält. Auch unter den Antworten gab es einen Kohlweißling: das Wichtige an der Arbeit sei, daß sie sinnvoll ist/Spaß macht und angemessen bezahlt wird – Diese Antwort (die ich selbst auch gegeben hätte), tauchte sehr oft auf, ich habe sie aber lediglich in zwei, drei Varianten wiedergegeben. Interessanter waren die Antworten, die vom Erwartbaren abwichen.
Ich war mehr und mehr fasziniert von den gegebenen Antworten, war beeindruckt, wie auch erkennbar einfache und wenig gebildete Menschen sich nicht ‚einseifen’ lassen und sich nichts vormachen lassen, und mit welcher Nüchternheit sie gesellschaftliche Mechanismen, politische und wirtschaftliche Machenschaften durchschauen und einschätzen; wenn auch die damit verbundene Illusionslosigkeit manchmal schlucken ließ.

Ein Manko meiner Befragung schien mir zunächst zu sein, daß ich kein Aufzeichnungsgerät benutzte, sondern die Antworten auf einem Block notierte. Bald aber wurde mir klar, daß der vermeintliche Nachteil ein Vorteil war. Vor einem Mikrophon nahmen die Befragten Haltung an, bemühten sich um gesuchte Formulierungen. Phrasen und Floskeln tauchten ebenso auf wie verbales Füllmaterial - worüber nicht selten die eigentliche Antwort/Aussage vergessen wurde. Die Unbefangenheit des Ausdrucks war dahin.
Ich bemerkte einen Widerwillen, mich nach dem Beruf zu erkunden. Die Antwort wäre mir wohl in den meisten Fällen bereitwillig gegeben worden. Ich glaube, den Grund für meinen Widerwillen zu wissen: ich hatte keine Lust, die Befragten einer Gesellschaftsschicht zuzuordnen.
Zunächst hielt ich die Einfachheit der Frage für ein Manko, lernte sie aber rasch schätzen. Sie brachte die Menschen unverzüglich zum reden. Je detaillierter eine Frage formuliert ist, desto mehr ähnelt sie einer Suggestivfrage und schränkt das Spektrum der Antworten ein. Die Absicht mancher Fragen ist zuweilen eher, die Intelligenz des Fragestellers zu zeigen, als das Interesse an der Antwort. Abgesehen davon, daß manche Fragen die Befragten geradezu einschüchtern.

Ich habe so viel Gefallen an der Sache gefunden, daß ich vorhabe, auf ähnliche Weise Interviews zu noch anderen fragen zu stellen.

Die Antworten

Was soll denn das für eine Frage sein? Ich hab mein Lebtag noch nicht gearbeitet und fang jetzt auch nicht mehr damit an. Und jetzt mach daß Du weiterkommst, zum Palavern setz ich mich nich auf die Straße. - Ein Bettler

Arbeit ist wichtig. Aber die meiste Arbeit macht keinen Spaß. Und trotzdem ist sie wichtig. Wegen dem Geld. Das ist schlecht. Wichtig wär also, daß nur das Wichtige wichtig ist und nicht das Unwichtige ... wenn Sie verstehen, was ich meine. – Frau, ca. 50

Arbeit soll erfüllend sein. Erfüllend ist, wenn man das tun kann, wofür man angelegt ist. Ich hab 17 Jahre in einem stressigen Beruf gearbeitet und war permanent überfordert. Dann wurde ich zwei Gehaltsklassen heruntergestuft. Plötzlich machte mir die Arbeit Spaß. – Frau, ca. 60

Die Arbeit soll Spaß machen, soll Sinn haben, und das Verhältnis von Engagement und Bezahlung muß stimmen. Wenn viel Einsatz verlangt wird für wenig Geld: nein, das ist nichts. – Frau, ca. 45

Man soll froh sein, wenn man Arbeit hat und darf sich keine Gedanken über sich und das Schicksal machen. Ich bin froh, daß ich bis jetzt nicht kriminell werden mußte. – Mann, ca. 28

Ach! Wichtige Arbeit machen, das wär mal schön! Nicht nur Abrechnungen. Ich könnt mir schon wichtige Arbeit vorstellen. Aber dafür gäbs eigentlich kein Geld. Komisch, oder? Wahrscheinlich versaut einem das Geld alles. Da machst du was Wichtiges, und dann kommt einer daher und gibt dir Geld dafür und schon ist es aus mit der Wichtigkeit. Schon ist es billig. – Frau, ca. 45

Wichtig an der Arbeit? Daß sie nicht langweilig ist. Und nützlich. Also so allgemein. Nicht für einen selbst. – Mann, ca. 45

Spaß. – Mann, ca. 35

Das Wichtige an der Arbeit? Das Faulenzen. – Frau, 74

Arbeit soll Spaß machen, d.h. interessant und abwechslungsreich sein – Schüler, 18

Momentan bin ich noch in der Schule. Da ist mir Effizienz wichtig. Effizienz heißt: Daß das, was ich lerne, mir zum Abitur verhilft. In der Schule lernt man nichts fürs Leben, sondern fürs Abitur. Das andere, wichtige, wirklich Interessante, das lernt man nicht in der Schule. Das lernt man besser allein. Und später, wenn die „richtige“ Arbeit kommt? Da ist mir wichtig, daß ich mit der Arbeit etwas verändern kann. Etwas Gesellschaftliches. Spaß? Ist nicht so wichtig. Zu wissen, daß man mit seiner Arbeit dazu beigetragen hat, etwas zu verändern, das wäre eine Erfüllung. – Schülerin, 18

Ja, arbeiten möcht’ man ja am liebsten nicht, aber dann is man ja doch froh, wenn man überhaupt welche hat, nich? - Ältere Frau

Der Prozeß ist mir wichtig. Wie etwas entsteht. Am Entstehen arbeiten. Ich möchte meine Arbeit in Momentaufnahmen aufteilen können. Und wenn es uninteressante Arbeit gibt, möchte ich Gedanken haben, ein Lied vielleicht, die mir sie zu überbrücken helfen. – Geigenbauerin, ca. 35

Arbeiten muß man, um Geld zu kriegen. Wenn man Geld hat, braucht man nicht zu arbeiten. Tja, warum die dann weiterarbeiten, nachdem sie ja Geld haben, weiß ich auch nicht. Vielleicht reicht’s nicht. Oder sie tun zu viel ausgeben. - Kind, 9

Wichtiges an der Arbeit? Kommt mir komisch vor die Frage. Die kann man doch nur stellen, wenn die Arbeit auch richtig wäre. Und das ist doch ziemlich selten. Heutzutage geradezu unwahrscheinlich. Mit Arbeit wird Geld gemacht, nichts anderes. Wer arbeitet macht es wegen dem Geld und wer arbeiten läßt, macht es wegen dem Geld. Das ist alles. Mehr ist nicht dran an der Arbeit. Gibt keinen Sinn, zu fragen, was wichtig ist. – Mann, ca. 40

Struktur – Frau ca. 50

Ich würde gern arbeiten. Richtige Arbeit meine ich. Nicht so ein Pfuschwerk, husch, husch, wozu man hier ja gezwungen wird, egal was dabei rauskommt, Hauptsache schnell fertig – Frau, ca. 40

Arbeit, das heißt, Du wirst nervös und hast Geldsorgen und bist irgendwann nervenkrank, so diese allgemeine Nervenkrankheit. Da wär’s wichtig, wenn’s anders wär, verstehn Sie? – Frau, ca. 50

Mit Arbeit kann ich nicht so viel anfangen. Also nicht, daß ich arbeitsscheu wäre. Aber Arbeit ist doch in erster Geldverdienen. Und das macht man halt so gut es geht. Man braucht ja Geld zum Leben. Deswegen ist das Wichtige an der Arbeit eigentlich vor allem, daß man sie hat. Und daß sie für einen selbst oder für andere nicht schädlich ist. Wenn man andere Dinge wichtig findet als Geld ... also: daß man das, was einem wirklich wichtig ist, mit der Arbeit verbinden kann, das ist doch eher selten. Dafür gibts kein Geld. Auch wenn es manchmal ziemlich anstrengend ist. – Frau, ca. 45

Hm ... (überlegt länger) ... daß sie Spaß macht und ordentlich bezahlt wird, die Arbeit, das sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist heutzutage aber wohl ein bißchen viel verlangt, oder? Und sonst? ... Anständigkeit – das wär doch schon was. – Mann, ca. 45

Arbeit? Also ... ich weiß jetzt nicht, warum du diese Frage stellst. Arbeit, klar, weiß ich was Arbeit ist. Aber das weiß doch jeder. Ich mein, arbeiten mußt du, damit du nicht draufgehst, ist doch klar, oder? Was willst du denn hören? – Mann, ca. 30

Die fuhrwerken doch überall in der Weltgeschichte rum. Wenn sie ein paar Groschen sparen, dann karren sie ihre Brötchen 2000 Kilometer nach Polen und lassen dort den Kümmel draufstreuen. Hab ich gelesen. Klimaschutz! Daß ich nicht lache. Denen ist doch die Welt scheißegal. Nach uns die Sintflut, wenn wir nur hier und heute noch Profit machen. Und genau so machen sies mit den Menschen. Daß jeder ein eigenes Leben hat, mit Gefühlen und so, das ist denen doch so was von wurscht. Das sprechen die dir sogar ab. Als Arbeitnehmer bist du ne Art Maschine. Leistung! Verdienen! Damit du dich selbst warten kannst und das Geld wieder für genau so einen Schrott ausgeben kannst, wie du ihn selber tagsüber herstellst. – Mann, ca. 45

Ich mein, wie lang geht das noch gut? Ich mein, die einen machen für Geld alles. Aber die anderen lassen für Geld alles mit sich machen. Wenn du ne Arbeit hast, wo andere davon draufgehen – das kann doch nicht immer weiter gut gehen, oder? – Mann, ca. 50

Denen sind doch die Menschen scheißegal. Arbeitstiere, mehr nicht. Ausschlachten das Vieh, so weit wie möglich und wenn’s darniederliegt, weil’s nicht mehr kann, weg damit, gibt ja genug, wir ham ja die schöne Arbeitslosigkeit, juhu, ist ja genug da von dem Kroppzeugs. Wenn du nicht mehr kannst – hinter dir stehen n paar Hundert andere, die lecken sich schon die Finger nach deim Job. Die lecken sich die Lippen, wenn se sehn, daß du zu schwächeln anfängst. Mann, da macht Arbeit Spaß, wie? – Mann, ca. 35

Eine anständige Arbeit, für die man sich nicht zu schämen braucht. Anständige Kollegen und anständige Chefs. Ja, ich glaub, das fänd ich wichtig, das wär schon mal was. Nicht Leute um einen rum, die ständig versuchen, einen wo es geht übers Ohr zu hauen und abzuzocken. Wenn man ständig auf der Hut sein muß vor Gaunereien, kann das ganz schön nerven. – Mann, ca. 40 - - - (Einer fügt an:) Gesellschaft, das heißt doch: Ellbogen raus und auf in den Kampf. Wenn du selbst anständig bist, giltst du ja als Depp. Da reiben sich die andern schon die Hände vor Vorfreude, dich reinzulegen. Ständig mußt du aufpassen. Denn es gilt: versuchen kann mans ja mal. Wenns klappt, bin ich im Recht, egal, wie groß die Schweinerei war. Wenns rauskommt: macht nichts. Sich zu schämen, das Gefühl kennt man doch gar nicht mehr. – Mann, 42

Frag doch mal die Hohlköpfe da drüben – Mädchen, 18, (zeigt auf eine Gruppe Gleichaltriger mit Beutelhosen, Baseballmützen und Gesichtern, die wie schlappe Weichgummimasken vor den Köpfen zu hängen scheinen).
Ey Alter, was willstu? Keine Arbeit, sondern Frauen, ey. Frauen, Frauen! Titten, Titten, Geld und Autos. Nur immer die neuesten Flachbildschirme. Und daß man mir gehorcht. – Warum? Mensch! Weil die andern Arschlöcher Schiß haben vor mir. Und daß ich prominent bin! – Wofür prominent? Hä? Wie meinstn das? Hä? Ticksdu noch? Mensch Alter, Respekt! Weil ich das, was ich mach, super mach, verstehst du? Frag doch nich so blöd – zwei durcheinanderredende, männliche Menschen, ca. 18

Also das Wichtige an der Arbeit ... Mensch, wie kann man so blöd fragen. Weißt wohl nicht, woraufs ankommt, he? – Mann, 18

Arbeiten, das is doch was für Assies. Loser arbeiten. Wenn dus draufhast, brauchst du das nicht. Was man drauf haben muß? Mann, du kapierst aber auch gar nichts. Manche sind zum Gehorchen da. Andere zum Befehlen. Kapiert? – Mann, 18

Was Wichtig an der Arbeit ist, dazu kann ich Ihnen nichts sagen. Da müssen Sie so einen Arbeitgeber fragen, der wirds Ihnen schon erklären. Ich kann Ihnen nur sagen, daß die Arbeit eine Plage ist. Na, wir haben ja alle Hobbys. Da kann man ganz entspannt was machen. Da geht’s nur um die Sache. Da geht’s nicht um Tempo und nicht ums Gehalt, da kann dir keiner kündigen. Da geht’s nur um die Sache ... reicht das? Gut. Wiedersehn. – Mann, ca. 50

Man muß später ja Geld verdienen. Und da arbeitet man natürlich da, wo es am meisten Geld gibt. Aber davon wird man auch krank, gell? Der Opa hat gesagt: „Mit zwanzig, was hab ich da alles gewollt. Dann hab ich’s arbeiten angefangen, und ruck zuck sitz ich hier aufm Sofa und bezieh Rente. Jetzt weiß ich gar nich mehr, was ich gewollt hab. Hat er gesagt, der Opa.“ – ca. 9jähriger Junge

Daß sie gut gemacht ist, die Arbeit. Das ist wichtig. Damit die Patienten was davon haben – Mann, 50, Krankenpfleger

Warum muß heutzutage jede Arbeit so was Mickriges haben? Man vermickert selber dabei so richtig – Frau, ca. 48

Ich würde gerne einer schönen Arbeit nachgehen. Wo man sich Zeit lassen kann. Kein Gehetze und kein Gepfusche. Daß man den Kunden auch nach dem Verkauf noch in die Augen sehen kann. Wo man gern hingeht. Daß man sich geborgen fühlt. Wo man sich freut über das, was man macht. Ich hätt gern eine kleine Änderungsschneiderei. – Frau, ca. 45

Arbeit? Da geht’s nur ums Geld. Und das Geld treibts dir aus. Wirst sehen. Wirst sehen. – älterer Mann

Da sollten wir erst mal klären, was genau unter Arbeit zu verstehen ist. Dann können wir darüber sprechen. Aber erst müssen wir uns auf eine Definition einigen. Sonst reden wir aneinander vorbei. Wie? Kein Interesse? Sie wollen von mir wissen, was das wichtige an der Arbeit ist, aber was ich unter Arbeit verstehe, das interessiert Sie nicht? Wollen Sie einfach so drauflosreden? Ohne vorherige Begriffsklärung? Da sind Mißverständnisse vorprogrammiert. Ohne vorherige Begriffsklärung sind solche Umfragen völlig wertlos. – Mann, ca. 40

Unsre Kinder kennen zwar den Vater kaum, aber wir können uns Ballett- und Reitstunden leisten. Was is besser? Wissen Sie’s? – Frau, ca. 40

Arbeit, das ist doch das große Manko unserer Gesellschaft. Ich mein jetzt nicht nur die Arbeitslosigkeit. Es gibt doch praktisch nur noch Scheißarbeit, tschuldigung, ist doch so. Nur noch schlechtbezahlte Drecksarbeit. Ich kenn kaum noch jemanden, der was Achtbares macht. Und ich verkehr nicht unter Asozialen, das können Sie mir glauben. Wir sind so’n echtes Billigland geworden. Alles billig. Nichts mehr, was wert hat, bzw. was wert hat, zählt nichts mehr. Man schämt sich richtig. Das Schlechteste ist für uns gerade gut genug. Dreck wird als Essen verkauft und alles, was schön ist, wird verdreckt. Aber von wo solls auch kommen. Kein Wunder, wenn wir solche Mickerlinge als Politiker haben, was? – Frau, ca. 45

Ich weiß nicht. Ich glaube, daß sich viele was vormachen, was ihren Beruf angeht. Die reden sich wunder was ein, wie sinnvoll der ist, wie nützlich. Unser Nachbar ist Lehrer. Wenn Sie den hören! Eine echte Staatsstütze. Aber was wichtig ist ? ... ich weiß es nicht. Mit fallen nur ein paar banale Sachen ein. Daß es Spaß machen soll und nicht zu schlecht bezahlt sein soll. So was in der Art. Aber das kann wohl nicht das Wichtige sein, vermute ich – Frau, ca. 60

Wenns nach denen ginge, dann ... also ich hab mal einen sagen gehört, es sei eigentlich schade um die Arbeitslosen. Die Faulenzer könnte man doch prima zur Zwangsarbeit heranziehen. Wenn du es nicht schaffst, dich für deine Arbeit bezahlen zu lassen, dann ab ins Arbeitslager. Wenns nach denen ginge ... ich glaube, die sagen es nicht, aber denken tun sies schon. Daß es nämlich gut wäre, wenn’s wieder Euthanasie gäbe. Für Langzeitarbeitslose, und für alle über vierzig sowieso. Sagen tun sies nicht, aber so wie sie sich verhalten träumen sie davon. Hitler war da weiter. Hat Seife aus Nichtsnutzen gemacht. Ist doch denen ihr geheimes Vorbild. – Mann, ca. 50

Das Wichtige an der Arbeit ... hm ... ich hab mich schon öfters getäuscht, was die Wichtigkeit angeht. Wenn ich nur dran denke, was ich vor zwanzig Jahren für wichtig hielt. Nicht daß ich mich über mich damals lustig machen will, aber heut zucke ich die Schultern darüber. Vielleicht ist das Wichtige oder das Wichtigste oft eine Nummer kleiner als wir denken. – Frau, ca. 45

Meine Freundin sagt: die Arbeit von meinem Mann hat unsre Ehe ruiniert. Glaub ich nicht. Unsre Ehen gehen mit und ohne Arbeit den Bach runter. Was bleibt, sind die Unterhaltszahlungen. Mehr kann man nicht erwarten. – Frau, ca. 40

Mein’ Papa haben die Geldsorgen krank gemacht, ganz fest. Jetzt isser sogar schon tot. Ich weiß nicht, ob er noch mal kommt. Ich glaub nicht. - - - (später) - - - Schad, daß mein Papa jetzt weg ist. Mama sagt, er kommt nicht mehr. Eigentlich komisch, daß man Geldsorgen nur hat, wenn man auch Geld hat. - - - Oder nein, das war jetzt falsch: Geldsorgen hat man wenn man kein Geld hat. Oder nicht? Eigentlich hat man mit und ohne Geld Geldsorgen. Komisch. Also von mir aus ... wir hätten auch ärmer sein können ... doch! ... ich mein, der Papa ist ja jetzt weg ... oder? – Junge, 7

Schöne, wertvolle Arbeit. Qualität, verstehn Sie? Nicht dieser Murks made in Germany, den man hier immer herstellen muß. Obs was taugt oder nicht ist doch egal. Je schneller es kaputtgeht, desto besser läuft der Laden. Praktisch stellen wir Schrott her. Exportweltmeister? Was hat denn der normale Bürger davon. Davon haben nur die Schinder was. – Frau, ca. 40

Damit die Zeit schneller vergeht, muß es Spaß machen. Nichts ist schlimmer, als wenn man keine richtige Arbeit hat, bei der die Zeit dahinschleicht. – Frau ca. 45

Ich würde gern eine ordentliche Arbeit machen, ich bin vom Wesen her fleißig und arbeite gern. Aber so eine Arbeit, die du gern machst, das gibts ja nicht mehr. – Mann, ca. 45

Ich hab mal am Fließband gejobbt. Furchtbar. Du verblödest. Du kannst Dir keine Gedanken nebenher machen. Von wegen. Deine volle Aufmerksamkeit ist gefordert. Aufmerksamkeit für Stumpfsinn. Du wirst zur Maschine. Und wenn Du Dich umdrehst, siehst Du hinter Dir 5000 Kartons voll mir derselben idiotischen Arbeit auf Dich warten. – Frau, 18

wichtig? ... na ja ... ich weiß nicht ... und wenn du selbst niemandem wichtig warst? ... also, ich weiß nicht ... Frau, 35

Arbeit ... und wichtig ... na ja, erst mal ist Arbeit selbst wichtig ... aber nicht so wichtig, wie man meint. Arbeit sollte heute eigentlich nicht wichtig sein. Ich mein, weil es für unsereins ja keine mehr gibt, die was taugt und dann auch noch einigermaßen bezahlt ist. – Frau, ca. 40

Meine Tochter hat mal in einer Großküche gearbeitet. Alle hatten Brandblasen an den Händen. Von den Tellern, die heiß aus der Spülmaschinen kamen. Die jungen Frauen sahen aus wie alte Frauen. Und die Arbeit? Gurken schälen, aber nicht ein paar, sondern den ganzen Tag. Oder Salat putzen, aber nicht ein paar Köpfe, sondern den ganzen Tag. Und als sie sich mal nebenher einen Gedanken machte, hatte sie sich schon in den Finger geschnitten. – Frau, ca. 65

Was soll man da sagen, wenn man keine hat? Ich kenn genug, die sind völlig deprimiert. Hängen rum. Jammern. Saufen. Haben nichts anderes mehr im Kopf. Bei allem Verständnis: Aber das ist doch eigentlich, blöd, oder? Das muß man irgendwann mal ganz entschieden abhaken. Du mußt selbst festlegen, was du unter Arbeit verstehen willst. Und ob du die dann machen willst. Hast Du nichts, was Dir wichtig ist? Na bitte! Das ist jetzt deine Arbeit. – Frau, ca. 38

Arbeiten kann jeder. Auch ohne Arbeitgeber. Klar, dann auch ohne Geld. – Mann, ca. 45

Wenn du erst mal beim Selbstmitleid angelangt bist, dann bist du ziemlich weit unten. Aber es bringt nichts. Null! Bloß nicht sitzenbleiben. Steh auf und mach was. Egal was. Du kommst schon dahinter, was richtig ist. Klingt idiotisch, weiß ich. Ist es vielleicht sogar. Aber mach was. – Frau, 41

Ich habe eine schöne Arbeit. Aber das Geld ist ein bißchen knapp. Natürlich weiß ich, daß ich reicher bin, als die gestreßten Nervenbündel mit Gehalt. – Frau, ca. 40

Arbeit? Nee, danke. Nicht mit mir. Tagsüber machen se dich so fertig, für dein Gehalt, ja, aber wozu? Damit du dir n Fernseher kaufen kannst, um davor abend für abend zu verblöden, wie? Weil du zu mehr nicht mehr imstande bist. Kaufen kaufen kaufen. Was willste denn ständig kaufen? Nee, danke. Wenn de da mitmachst, wirst du zum Trottel. Kannst dir die Kugel geben. Kommt aufs selbe raus, sparst du dir bloß n paar Jahre als Vollidiot in der Warteschlange vor der Kasse. Kost’ allerdings auch was, die Kugel mein ich. Aber die sind hier so drauf: wenn du dich umbringen willst, dann sagen sie: ‚Aber gern. Dürfen wir Sie beraten? So ein Schritt will überlegt sein. Sie sollten nicht zum Billigsten greifen.’ – Abkassieren bis zum Schluß. Nee, danke. Der Staat is nich danach, daß man in ihm was arbeiten sollte. Von Trotteln für Trottel. – Mann ca. 35

Der Staat verbrät seine Bürger. Im Krieg und in der Arbeit. Sinnvolle Arbeit ist reiner Selbstbetrug. – Mann, ca. 50

Das Wichtigste? ... die einen jammern, was sie alles machen würden, wenn sie nur Zeit hätten. Wenn sie arbeitslos sind und Zeit hätten, jammern sie, daß sie keine Arbeit haben und machen auch nichts. Das fällt mir dazu ein. – Mann, ca. 40

Mensch! Mönche haben auch nichts. Geht’s denen etwa schlecht? Freiwillig muß es halt sein. Da mußt du dich eventuell mal selbst überzeugen. – Mann, ca. 40

Früher hatte ich Arbeit und ein schönes Gehalt, aber keine Zeit. Jetzt habe ich Zeit. Erst dachte ich: Angeschmiert: Zeit, aber kein Geld. War aber falsch gedacht: weil was du kaufen kannst, das bringts nämlich irgendwie nicht so. Solang du arbeit hast, denkst du ständig daran, was du mit deinem Geld machst und daß du keine Zeit hast, es auszugeben. Und wenn du doch mal was gekauft hast, dann hast du wieder keine Zeit, was damit zu machen. Früher ahnte ich ja nicht einmal, was alles gratis ist. Geld brauchst du nicht dafür, aber : Zeit. Deswegen kommst du auch nicht drauf, daß es Sachen gibt, die nicht kosten. Schon mal was von Spazierengehen gehört? Prima Sache. Absolut kostenfrei. Und das ist nur ein Beispiel. Sie ahnen nicht, wie viel völlig kostenlos ist! Klar, macht nicht viel her. Ist kein Gesprächsstoff für Angeberrunden. Aber von dem Mitmachrummel verabschiedet man sich ganz gern. Da sind Sie plötzlich einige Freunde los. Aber Sie ahnen nicht, wie das entlastet. Dann sehen sie erst, daß 90% aller Gespräche und zwischenmenschlichen Kontakte aus Angeberei bestehen. Ehrlich. Angeberei und Geschäftemacherei. Ehe, Liebesbeziehungen? Zu 90% Tauschgeschäfte, nichts anderes. Aber jetzt komm ich ins Quatschen ... also wie gesagt: zum Beispiel spazierengehen. Mal ausprobieren! Aber Sie haben vielleicht auch keine Zeit dafür, wie? – Frau, ca. 40

Das Wichtige an der Arbeit. Welche Arbeit würden Sie überhaupt gern machen? - - - Da haben Sie das Wichtigste. Oder wollen Sie sich überlegen, was das Wichtige an einer Arbeit ist, die Sie gar nicht gern machen? – Mann, ca. 45

Arbeit? Wichtig? Na, Sie haben Humor. Gegenfrage: Wo sind die größten Verbrecher unserer Zeit? Sitzen alle auf der Regierungsbank. Was das mit Ihrer Frage zu tun hat? Überlegen Sie doch mal! Glauben Sie etwa, in einem Land, in dem Ganoven regieren und Gesetzesbrecher die Gesetze verabschieden, in so einem Land kann es sinnvolle Arbeit geben? Denn sinnvoll müßte sie doch wohl sein, die Arbeit, um auch wichtig zu sein, oder? Schön’ Tag noch. – Mann, ca. 50

Zu wissen, daß ich auf das, was ich jetzt tue, später einmal stolz, oder wenigstens zufrieden zurückblicken werde. – Frau, 37

Ich habe Arbeit. Aber ich krieg kein Geld dafür. Weil ich zu lange raus aus dem Beruf war, wegen den Kindern, und mich erst wieder einarbeiten muß. Ich seh den Streß bei den anderen, und sehe auch, daß ihre Arbeit nicht das ist, was ... ich meine, man sollte das Ideal der Arbeit nicht mit der Realität vergleichen ... aber warum eigentlich nicht? Wozu gibt es denn sonst Ideale, wenn man sie nicht umsetzt? Fürs Poesiealbum? „Ich bin Metzger, aber in meinem Herzen bin ich immer Vegetarier gewesen.“ Ich weiß, daß ich, so ohne Gehalt, ausgenutzt werde, aber ich fühle mich nicht ausgenutzt. Daß ich kein Geld kriege, das ist eine Art Selbstschutz. Mir gefällt die Arbeit, und ich kann nicht schikaniert werden und kann, gelegentlich das machen, was ich für das Wichtige an der Arbeit halte, nämlich mich in Ruhe um Patienten kümmern – Frau, ca. 45

Traurig, daß mit dem Gehalt nicht nur die Arbeit entgolten wird, sondern sich der Lohnzahlende auch die Gewalt über die Person kauft und ihm das Recht zur Schikane gibt. – Frau, ca. 45

Ich war vorgestern beim Arbeitsamt. Du, da sind mir vielleicht die Augen aufgegangen. Jetzt versteh ich erst, was das Arbeitsamt ist. Eine gute Viertelstunde ging erst mal damit rum, daß mir der Tranonkel erklärt hat, daß sie nicht mehr Arbeitsamt, sondern Agentur heißen. Mann! Agentur! Das Endlager für die größten Versager und Nullen im Staatsdienst. Ihre größte Sorge ist, daß sie Arbeit haben, nicht Du. Arbeitslosigkeit? Da jubeln die doch. Davon leben die. Die werden den Teufel tun, die Arbeitslosigkeit zu senken. Was wolltest Du wissen. Was wichtig ist an der Arbeit? Ach, komm! Mir kommt gleich die Galle hoch. Geh ins Arbeitsamt, die sagens Dir. Die wissen Bescheid. – Mann, ca. 30

Du willst wissen, was an der Arbeit wichtig ist? Meine Fresse! Das regt mich doch gleich wieder auf. Ich hab ehrlich gesagt überhaupt keinen Bock, mich in diesem Drecksland mir irgendeinem Beruf durchzuschlagen. Klar? – Mann, ca. 33

? ... noch mehr Geld – Mädchen, 9

Was Sinnvolles. Sinnvoll sowohl für mich als auch für andere. Was ‚sinnvoll’ ist? (zuckt die Schultern) hilfreich vielleicht, oder nützlich – Schülerin, 18.

Das Wichtige an der Arbeit? Das gibts nicht. Hier gibts nur völlig verlauste, verdorbene Arbeit. Die kannst Du nur machen, wenn Du selber auch völlig verlaust und verdorben bist. Das ist meine feste Meinung. Frau – ca. 30

Danach kannst Du das größte, korrupteste und mieseste Arschloch der Welt fragen. Wetten, daß der dir ne Antwort parat hat? – Frau, ca. 28

Nach acht Jahren Arbeitslosigkeit bin ich soweit, daß ich für Geld alles mache. Alles. Wie ein Politiker. Mir wär nix mehr zu dreckig. – Mann, ca. 40
Einer, der zugehört hat:
Alles würd ich für Geld nicht machen. Aber ich würd auch ohne Geld arbeiten. Aber niemand hat Interesse. Komisch. Klopft dir einer für ne Tasse Kaffee die Teppiche und saugt die Wohnung, aber keiner will ihn haben. – Mann, ca. 40
Einer, der zugehört hat:
Ohne Geld würd ich auch arbeiten, aber nicht, damit ein anderer damit Geld verdienen kann. Da wär ich doch blöd, oder? Aber für so blöd würden sie uns gern verkaufen. – Mann, ca. 40

Ich hab echt kein’ Bock, irgendwas bei Euch oder für Euch zu machen. Wirklich nicht! Das mit der Arbeit ist eine Riesenscheiße. Warum? Weil dieser Staat n großes Scheißhaus ist, und wo Du hinlangst, greifst Du in Scheiße. Da kannst Du nicht mitmachen, ohne schmutzige Finger zu kriegen und zu stinken anzufangen. Was hier wichtig ist? Frag Eure Ober-Klowärter. Eure Politiker, das sind doch echte Scheißhäusler. Pfui. – Mann, ca. 30

Was meinst Du denn, was die Leute zwischen 1933 und 1945 gesagt hätten, wenn Du sie gefragt hättest? – Mann, ca. 45

Lieber weniger verdienen, aber in Ruhe einer schöne Arbeit nachgehen, oder? Geld scheffeln bringt doch nichts. Jede Stunde, in der man arbeitet, kommt genauso wenig wieder, wie jede andere Stunde. - Mann, ca. 45

Ich hab Arbeit, Büroarbeit, im Baugewerbe. Neulich hab ich, eigentlich aus Jux, mal eine Rechnung angestellt: was ist an mir nützlich und was schädlich? Man hat ja immer eine hohe Meinung von seinem eigenen Wert und hält sich ja für enorm nützlich. Das Resultat war dann nicht so gut. Auch was meine Arbeit betrifft. Hat mich ziemlich überrascht, gelinde gesagt. Ich mußte richtig suchen, bis ich was einwandfrei Nützliches hatte. Hab mich richtig geschämt. Dann bin ich meine Bekannten in Gedanken durchgegangen und habe festgestellt, daß bei denen die Bilanz vermutlich ähnlich ausfällt. Da muß ich jetzt immer dran denken. Ich frag mich: wieviel Schädlichkeit verträgt ein Mensch? Oder die Welt? Ich meine: Wenn alle schädlicher als nützlich sind ... ich mein, wie lang kann das gutgehen? – Mann, ca. 45

Ich hab ehrlich gesagt andere Sorgen, als Arbeit und so. Ich bin arbeitslos und krank. – Mann, ca. 40

Mein Gott, Arbeit ... was wollen Sie denn hören? Es gibt zu wenig, und die’s gibt ist ein Dreck. Und gehetzt wird man auch noch. Daß die sich nicht schämen, die Leute so zu mißbrauchen. – Frau, ca. 45

Dazu fällt mir nichts ein. Ich arbeite nicht gern. Hab mir was anderes vorgestellt. Ist aber eben nicht. Geht aber den meisten anderen Kollegen auch so. Ich hab ne Kollegin, die sagt, sie ist froh, daß sie keine Experimente an Tieren machen muß. Ich frage: Was heißt „muß“? Ist das nicht freiwillig? Aber sie hat natürlich recht. Für Geld macht der Mensch alles. Schaun Sie doch in die Städte, in denen Rüstungsbetriebe sind. Lauter brave Leute, Familienväter, die Tretminen zusammenbauen. Für die Kinder der anderen. Frieden? Kein Thema. Klar, sind im Prinzip alle dafür. Aber wollen Sie die Leute etwa arbeitslos machen? Und denken Sie mal an die Steuereinnahmen der Stadt! Na also! Eine gutbezahlte Stelle? Her damit. In Auschwitz? Na und? Wenn ich es nicht mache, macht es ein anderer. Die Welt ist voller Leute, die das, was sie machen, nur machen, weil’s sonst ein anderer macht. – Mann, ca. 48

Das Wichtigste an der Arbeit? Hier: (reibt Daumen und Zeigefinger aneinander). Darum geht’s doch. - Mann, ca. 50

Grundeinkommen? Zeit für sinnvolle Beschäftigungen? Daß ich nicht lache. Dann sieht Deutschland ganztags fern. Auf Staatkosten. Brauchen wir dazu n Staat? - - - Na gut. Dann stell’n die Dummbeutel wenigstens nichts Schlimmeres an. Schlag ich Ihnen was anderes vor: Deutschland komplett in’n Knast, auf freiwilliger Basis, Vollverpflegung, ganztags Glotze – Sie werden sehen : da wollen praktisch alle rein. - - - Grundeinkommen? Ehrlich gesagt: Nein. Damit sie Zeit für Blödsinn haben. Ich bin für Vollbeschäftigung. Das hält das Pack von Blödsinn ab. - ältere Frau

Arbeiten? Ach, das ist eine Plage. Aber man muß ja. Geht ja nicht anders. - älterer Mann, seine Frau stimmt ihm zu und fügt an: Was soll man denn sonst machen?

Ich weiß gar nicht wo mir der Kopf steht, ich bin völlig überfordert. Mich darfst Du nichts fragen. Und wenn ich dran denke, auf was das hinauslaufen soll, den Beruf meine ich, da wird mir erst so richtig kotzübel. Aber hast Du ne Idee?– Mädchen, 16

Ich hab gelesen, daß man Landminen jetzt ganz bunt herstellt und so, daß sie wie Spielzeug aussehen. Damit Kinder sie in die Hand nehmen. Das hat sich auch einer ausgedacht. Ist auch Arbeit, wie? – Mann, ca. 50

Ich mach eine Berufsausbildung, ich weiß gar nicht, wie ich dazu komme. Wenn ich sage: Moment mal, laßt mich doch mal einen Augenblick in Ruhe überlegen, dann treten sie von allen Seiten auf mich ein und ich muß weiter, ich weiß gar nicht, wohin. – Mädchen, 17

Wichtige Arbeit? Ich glaub nicht daran. Ich glaub nicht, daß es hier überhaupt noch was Wichtiges geben kann. N früherer Kumpel arbeitet bei soner Müllfirma. Verdient gut und hat höllisch Angst, daß rauskommt, daß er damals bei den Protesten dagegen dabei war. N anderer liefert Pakete aus. Ist der Meinung er kann was bewegen. In Gesprächen unter Kollegen. Daß ich nich lache. Taucht hier ab und an auf, Haare hochgegelt und Fetzenklamotten, der Wichser hält sich fürn Systemgegner, der kostümierte Fuzzi. Wieder einer ging früher gegen Raketen und so auf die Barrikaden, heute finanziert er sich sein kleinkariertes Scheißleben mitm Job bei der Rüstung, verstehst du? Arbeitsplatz. Muß seine zwei Kinder durchbringen, sagt er. Ich sag Dir, für Geld machen die Leute alles. Jeder! Was glaubst Du, was ich für ne Angst habe, daß sich rausstellt, daß ich auch son Scheißer bin. Gottseidank fragt mich keiner. – Mann, ca. 32

Als ich keine Arbeit mehr hatte, dachte ich: jetzt ist es aus mit mir. Aber dann: gings erst los. Ich hab sozusagen das große Arbeitslos gezogen. Ich will jetzt nicht groß davon erzählen, aber ich bin plötzlich eine Person geworden. Ich mache jetzt sinnvolle Sachen, ich sag Ihnen nicht was, sonst lachen Sie mich aus. Es muß Ihnen schon reichen, wenn ich sage: das, was ich mache ist sinnvoll. Bezahlte Arbeit, das wäre schon was. Aber nicht unter den Verhältnissen, nicht in diesem Staat. Da kann es sinnvolle und zugleich bezahlte Arbeit gar nicht geben. Nur sinnlose Maloche. Da wirst du nicht entlohnt, sondern eingekauft. Da kann man nur abraten. – Mann ca. 40

Also da sag ich Ihnen ganz klar: ich bin für Vollbeschäftigung. Arbeitslosigkeit? Nee, bin ich dagegen, aber strikt. Da wär ich ganz hart. Vollbeschäftigung oder gar nix. Einen Menschen ohne Arbeit gäbs bei mir nicht. Wie ich das machen? Na, ich wüßt schon wie. Aber darf man ja heute nicht mehr sagen. Aber: lieber auf der faulen Haut liegen, nicht? anstatt die Wahrheit zu vertragen, nicht? Soweit sind wir gekommen. – Mann, ca. 68

Ich hab mal einen Fehler gemacht, wollte mir eine Existenz aufbauen und hab mich verschuldet. So hoch verschuldet, daß ich weiß: da komme ich mein ganzes Leben lang nicht mehr raus. Unter diesen Bedingungen hast Du keinen positiven Bezug mehr zur Arbeit. Bei jeder keinen Summe, die du verdienst, steht einer hinter dir und streicht seinen Anteil ein. Obs dir Spaß macht? Egal. Du mußt ja arbeiten. Da bestehen deine Gläubiger drauf. Und da lavierst du halt so herum, zwischen Geldverdienen und Jobs, die möglichst viel Geld bringen und trotzdem nicht ganz übel sind. Du hast kaum Möglichkeiten, etwas Sinnvolles zu tun. Hat ein bißchen was von Arbeitslager. Kost und Logis frei. Freudlose Sache, aber jetzt frag ich mich: gehts anderen nicht auch so? Der Vorteil dieser Situation: Du hast nicht nur keinen Bezug zur Arbeit, sondern auch keinen mehr zu Besitz. Abgehakt, ein für alle mal. Das ist nicht unangenehm, wirklich nicht. Das entlastet. Manchmal habe ich den Eindruck, daß andere, die sich ein Haus gekauft haben, mehr Streß haben als ich mit meinen Schulden. Was mich beschäftigt: Wenn ich jetzt plötzlich keine Schulden mehr hätte und Geld verdienen würde – was würde sich ändern? Denn die Sache mit dem Besitzen ist so: wenn du sie einmal durchschaut hast, findest du keinen Gefallen mehr an ihr. Das Verwirrende an diesen Gedanken ist nun, daß Du keinen Reiz mehr an einem normalen Arbeitsleben entdecken kannst. Als ob dir deine Schulden die Augen geöffnet haben und du einen Blick ins Getriebe geworfen hast. Ich kann noch nicht so richtig ausdrücken, was mich beschäftigt. Vielleicht so: kann Arbeit, die du, ohne daß du über deinen Verdienst verfügen kannst, nicht als sinnvoll empfindest, kann diese Arbeit mit Verdienst sinnvoll sein? – Mann, ca. 40

Ich arbeite in der Computerbranche. Daß mit meiner Arbeit Arbeitsplätze vernichtet werden, das macht mir Bauchweh. Und im Nebenzimmer sitzt einer, der arbeitet dran, mich überflüssig zu machen. Meine Bank steckt in den dreckigsten Geschäften, die auf der Welt los sind, für mein T-Shirt krepieren Kinder, und mitten drin ich ... Scheiße, ein anderes Wort paßt nicht. – Mann, ca. 45

Arbeit? Hab ich abgeschrieben. Kommt nicht mehr. Nicht für mich. Und wichtig? Ist für mich: was ist denn außer Arbeit noch? – Mann, ca. 50

Das Wichtige an der Arbeit? Interessiert mich ehrlich gesagt gar nicht so. Mich interessiert eher meine Lebensaufgabe. Für was ich da bin. Eigentlich sollte das ja mit der Arbeit was zu tun haben, aber hier ist das nicht möglich. In unserer Gesellschaft gibt keine sinnvolle Arbeit mehr, jedenfalls keine, die bezahlt wird. Und das wissen im Grunde die Leute und deswegen überlegen sie sich erst gar nicht mehr, was ihre Lebensaufgabe sein könnte, sondern gehen stillschweigend davon aus, daß sie auf der Welt sind um Geld zu verdienen. – Frau, ca. 34 - - - Andere, etwas jüngere Frau, die zugehört hat: Naja, was heißt hier Lebensaufgabe. Arbeit muß nützlich sein. ‚Lebensaufgabe’, das ist doch auch bloß wieder so ein Ego-Ding. Das ist das Üble an der Arbeit: alle sehen es als ein Ego-Ding. Wenns bloß ihnen nutzt, dann ist alles gerechtfertigt. Die machen ... die ... die fliegen mit Bombern rum.

Mußt du mit diesem Thema daherkommen? Das macht mich krank! – Mädchen, 18

Ich kann ja nichts für meine Eltern, ich meine, ich mach ihnen auch keine Vorwürfe. Aber unsereins kriegt bestenfalls ne Putzstelle. Oder Fleischfachverkäuferin. Andre haben andre Eltern, die setzen sich dann ins gemachte Nest. Würd ich auch machen. Aber solche Eltern hab ich nicht. Mein Vater konnte mir nicht mal nen Ausbildungsplatz in seiner eigenen Firma besorgen. Im Büro hätt ich gern gelernt. Keine Bevorzugung von Betriebsangehörigen hieß es. Ja, aber die Kinder von den Chefs, klar, die kriegen ihre Stellen. Bei einer anderen Firma. Kein Problem. – Mädchen, ca. 18

Ich merk doch, was die wollen. Vorstellungsgespräche bei Männern: kannst du abhaken. Die kucken, was du im Pulli hast. Fragen, ob Du auch Einsatz zeigen würdest. Einsatz! Ich bin vielleicht Unterschicht, aber nicht blöd. Aus uns würden sie doch am liebsten Billignutten machen. Weil sie keinen Bock mehr auf ihre aufgetakelten Alten haben. Und uns einreden, wie toll wir sind, wenn wir machen, was sie wollen. – Mädchen, 18

Wichtig? Na, daß man eine hätte. Ich hab nämlich keine. Aber eins will ich deswegen auch nicht : daß meine Gedanken ständig um das kreisen, was ich nicht hab und wahrscheinlich auch nie mehr kriege. Da muß man sich schon neu orientieren. Arbeit ist nicht alles. – Frau, ca. 38

So eine blöde Frage. Kein Kommentar - - - stop, ich sag doch was: Das Wichtigste an der Arbeit ist, daß man sie hat. - Mann, ca. 30

Sinnvolles Leben, klar, alle haben schon mal davon gehört. Es wäre schön, wenn bei der Arbeit etwas entsteht. Wenn mehr entsteht als kaputt geht, das wär schön. Das wär schon viel. Schön wär, wenn von der Arbeit nicht nur ich und mein Chef was haben, sondern auch andere. Das wär auch schön. Dann wär man geradezu nützlich, oder? – Mann ca. 36

Ich bin arbeitslos. Ohne Aussicht. Was an der Arbeit wichtig wäre, das spielt für mich keine Rolle mehr. Sinnvoll, Spaß, guter Verdienst (zuckt mit den Schultern): andere Welt. Für mich wichtig war, die Hoffnung auf Arbeit irgendwann mal abzuschreiben. War sehr wichtig. Das macht dich fertig, wenn du arbeitslos bist und nach die Maßstäbe und Hoffnungen der Erwerbswelt hegst. Noch wichtiger war die Erkenntnis, daß ich zwar keine Arbeit mehr habe, aber selber dennoch kein Ausschuß bin. Die können mich zwar nicht mehr gebrauchen. Aber deswegen bin ich nicht überflüssig. Man orientiert sich um, nicht? – Mann, ca. 45

Arbeit? Kann ich nicht klagen. Chef ist in Ordnung. Kollegen, na ja, kann man sich nicht raussuchen. Gehalt ist auch okeeh. Bei bissl mehr würde ja keiner Nein sagen, oder? Gut, die Überstunden, könnten weniger sein. Der Chef sagt immer: nach Feierabend arbeitet ihr bei mir schwarz. Bezahlung besteht darin, daß ihr den Job bis Feierabend behalten könnt. Spaßvogel. Ist aber sonst in Ordnung, menschlich. Hat auch Frau und Kind, muß auch kucken wo er bleibt. Hat was mit der Sekretärin. Aber geht mich ja nichts an. Also wie gesagt: kann nicht klagen. – Mann, ca. 40

Ehrlich gesagt ist das mit der Arbeit ein Riesenbeschiß, ein einziger Reinfall. Glaubst Du, ich lerne auch nur annähernd etwas, auf was ich Lust gehabt hätte? Kam ja nicht mal so ungefähr in Frage. Und ich kenn auch niemanden, bei dem es anders wäre. Gut, wir haben so ne Vollidiotin, die bildet sich tatsächlich ein, daß sie dazu bestimmt ist, Versicherungsfachfrau zu werden, oder wie der Quatsch heißt, für den sie die Ausbildung macht. Und dann haben wir ein paar Trottel, die stellen sich mit Begeisterung hintern Bankschalter. Aber ich muß Dir sagen, in Wirklichkeit ist das ein Riesenbeschiß. Und dafür ackern wir wie die Blöden. Nee, dieser Misthaufen von Staat, der hat doch nichts zu bieten. Entweder du wirst Mistkäfer oder Ausschuß – Frau, 18

Das Wichtige an der Arbeit wäre, daß es nicht nur Geldverdienen ist. Ich sage wäre. Weil ist nicht. Wenn’s mehr wäre als Geldanschaffen, das wäre schon mal viel. – Mann, ca. 24

Arbeiten muß man, damit man nicht auf dumme Gedanken kommt. Nicht arbeiten wär natürlich schöner. Aber jedesmal, wenn ich arbeitslos war, hab ich angefangen zu denken. Das ist, wie wenn man nachts aufwacht und einen die Gedanken überfallen, alles schwarze Gedanken, alles schlimmer als am Tag, und man kann nicht mehr einschlafen. Sind Sie auch schon mal nachts wachgelegen? - - - Muß man ja dankbar sein, daß man Arbeit hat. Ist wie durchschlafen. - Mann, ca. 50

Ich sag’s Ihnen wies is. Ich bin froh, wenn mein Mann Arbeit hat. Zuhause kann ich mit ihm nix anfangen. Der steht mir im Weg rum. Qualmt alles voll. Weiße Gardinen? Kannste vergessen. Nee, ich sag’s wies is. Wochenende – furchtbar. Urlaub – der reine Horror. Is doch so, oder? (Sieht zu ihrem Mann, der verlegen lächelnd daneben steht). Ich bin für Vierzigstundenwoche. Mindestens. Samstagsarbeit, nix dagegen, ehrlich. Nee, ich sag’s wies is. Bin froh, wenn wieder Montag ist und er ausm Haus. - Frau, ca. 40

Arbeit ... die Zeit vergeht ... schneller als man denkt ... und da möchte ich irgendwann auch was Sinnvolles gemacht haben. – Frau, ca. 45

Arbeit ... wär blöd, wenn nur n paar Kontoauszüge davon bleiben, oder? Das Leben sollte mehr gewesen sein als n paar angeschaffte Möbel und eine Million leergegessene Teller, oder? Aber was? Wenn man das nur wüßte. – Mann, ca. 60



Bildliche Darstellung

Zeichnen in der Religionsstunde. Biblische Themen. Die Kreuzigung. Der Pfarrer schritt mit seinen knarrenden Stiefeletten von Schulbank zu Schulbank und gab seine Kommentare ab.
„So ein großes Kreuz. Und so ein kleiner Heiland!“
„Aber doch nicht mit langen Hosen!“
„Aber Kind: Der Heiland steht bei dir ja mit den Füßen am Boden.“ Das sei bequemer, erwiderte August, stolz, dem Heiland etwas Erleichterung verschafft zu haben.
„Überleg doch einmal, mein Kind, ob unterm Kinn tatsächlich gleich die Beine anfangen“. Das war bei Marianne, sie vergaß beim Zeichnen immer aufs Neue, daß zwischen Hals und Beinen noch der Körper kam. Und jedesmal, wenn sie darauf aufmerksam gemacht wurde, ärgerte sie sich so, daß ihr die Tränen kamen.
„Viel zu viel. Und an den falschen Stellen.“ Das war bei mir. Ich hatte dem Gekreuzigten, damit er besser hielt, ein paar Nägel mehr eingeschlagen.
„Arg eckig!“ Das war beim Fünferl, der malte alles, auch Menschen, mit dem Lineal.

Quasselstrippe II

Themenkreis Herausforderung Aufträge von öffentlicher Hand.
„Na, bei den Gewinnaussichten, da läßt man nicht so schnell locker, ist doch klar. Da bleibt man doch dran. Muß man ja. Sicher, an sich n Witz, so n Projekt für ne Strecke, die du auch mit m Tretroller in ner halben Stunde abfahren kannst. Aber darum geht’s ja auch gar nicht. Wenn man immer fragen würde, ob man was braucht – wo wären wir denn da? Immer noch in den Höhlen - - - Ist eben ein Leuchtturmprojekt. Für Armleuchter. Wichtigtuer geben sich halt nicht mit ner Modelleisenbahn zufrieden. Soll wohl später mal ne Art Denkmal sein. Richtige Denkmale sind ja außer Mode. Selbst der verblendetste Wichtigtuer ahnt vermutlich, daß er ne halbe Stunde nach seinem Abtritt vergessen ist ... (macht jemanden nach:) „wie war der Name? Nie gehört. Was! Ministerpräsident? So was!“ ... Is doch so: n kleiner Köter bellt eben gern aus ner großen Hütte raus ... und bei den Erlösen, die drin liegen ... deswegen unsere Initiative. Werden wir wohl mal n bißchen verdunkeln müssen, daß der Leuchtturm um so strahlender rauskommt, nich? Wir werden uns an den mündigen Bürger (lacht) wenden und mal aufklären. Wir werden bewußt falsch informieren, wir werden bewußt einseitig informieren, und wir werden bewußt diffamieren – mehr können wir momentan nicht tun. Sprache ist unsere, ich möcht mal sagen: Waffe. Wenn vom „mündigen Bürger“ die Rede ist, dann weiß der Kenner doch : hier sind unsere Arschlöcher gemeint. Nee, wie ich sage: Sprache ist ne wunderbare Sache. Reichen Se n Teller Pferdeäpfel rum und die Leute verziehen das Gesicht. Sagen Sie: Delikatesse aus Neuseeland, nich billig! - da greifen alle zu. - - - Und wo s Geld ist, ist die Wirtschaft, das ist die Devise ... war schon immer so ... klar, für die Wirtschaft sind sie wichtig, die Politiker, mein ich. Als Strippenzieher brauchst du nicht nur die Strippe, du brauchst auch n Hampelmann dazu ... und von Politikerseite ist alles geklärt, die haben alle unsere Dildos in den Ärschen ... tschuldigung, ist n bißchen viel von Ärschen die Rede, nicht wahr? Ansonsten nicht so meine Art, liegt aber in der Natur der Sache ... wo war ich? richtig: unsere Dildos. Jetzt, wo s drauf ankommt, natürlich mit erhöhter Stromzufuhr. Da kann s schon mal vorkommen, daß einer vor Verzückung keinen klaren Satz mehr rauskriegt ... (hebt sein Glas) zum Wohl ... na, mal sehn, was läuft ... Die von der Opposition halten auch noch n Weilchen still. Haben mit den Lollies zu tun, die wir ihnen spendiert haben. Bis die abgelutscht sind, ist das Ding hoffentlich im Kasten. Sonst hängen wir ihnen halt ne andere Karotte vor. Mit Politikern muß man ja aufpassen. Nie das Geld direkt zeigen! Die fangen dir nämlich vor laufender Kamera an zu sabbern. Kann peinlich werden ... Schreihälse gibt s natürlich immer, die kannst du nicht erreichen, so was von verblendet sind die, und die versauen dir die Sache. Versuchens wenigstens. Die sollte man einbuchten. Ganz legal. Eine aufs Maul, bis Ruhe ist. Ganz legal. Aber das wird ja mittlerweile auch gemacht. Gut, daß wir da soweit sind. Ham Ses mitgekriegt, wie wir se in Heiligendamm am Arsch hatten? Friedliche Demonstrationen, ha! Hat sich was! Denen haben wir s gezeigt, die haben wir aufgemischt! ... ah, neue Getränke! ... Das Problem bei Aufträgen von der öffentlichen Hand ist immer dasselbe : wie verkaufst du etwas, von dem du Nutzen hast, dem, der es bezahlen muß als etwas, das auch ihm nützt? Kompliziert, nicht? Aber darum geht’s. Ist jedesmal ne Herausforderung. Muß man sich natürlich Notwendigkeiten ausdenken. Jedenfalls, Prost, wer das Ding finanziert, der wird nicht damit fahren. So isses.“

Hausaufgaben

Bedenken Sie wieder einmal, daß zwischen Hals und Beinen noch ein Körper kommt. Auch bei Ihnen.

Viel Freude daran und
Au revoir
wünscht

Ihr
Rainer Braune

 

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© Rainer Braune, 2006-2014 | Impressum
Stand: 25. Februar 2014