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Celeri 27 - Mai 2008
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Inhalt

Pflichten

Quasselstrippe IV

Frauenkleider

Hausaufgaben

(Anm.: Celeri Ausgabe 28 erscheint Anfang Juni 2008)

 

Pflichten

Die Pflicht I
Die Pflicht ist eine harte Nuß
ob man will oder nicht: man muß
Man darf nicht sagen, heute nicht
Denn täte man’s, wär’s keine Pflicht.
Tut man die Pflicht dann auch noch gern
dann ist man nah an Nusses Kern

Die Pflicht II
Die Pflicht ist ein
abgefallenes Blatt auf einer Pfütze,
die Pfütze stinkt. Vorsicht!
Nicht drauftreten.
Sonst stinken die Schuhe,
sonst geht die Pflicht kaputt

Die Pflicht III
Die Pflicht muß sein
sonst wär’ sie keine Pflicht

Die Pflicht IV
Die Pflicht hundert Mal
aussprechen
dann kennst du sie


Quasselstrippe IV

Themenkreis Privatisierung, Sprache.
Ich komm ja von der Privatisierung. Das war mein Einstieg in die Materie. Qualitätssicherung, Zertifizierung, Rationalisierung und so. Krankenhäuser, Wasserwerke, Strom, Verkehrsbetriebe – alles, was so in öffentlicher Hand ist. Also alles, wo der ganze soziale Wohlfahrtskram geschäftstüchtig gemacht wird. Denn eins ist ja klar : Privatisierung heißt Profitisierung. Um Profit gehts. Jetzt wird Gewinn gemacht. Und was bislang ne Sozialleistung war, das ist jetzt n Produkt. Und n Produkt ist das, womit Sie den Gewinn machen. Nix anderes. So läuft das. Und dann steht Qualität natürlich unter nem anderen Vorzeichen : Soviel wie nötig, aber nicht mehr. Wirtschaftlich eben. Klar, könnte man n Auto so bauen, daß nichts kaputt geht. Aber wer macht n so was? Da würde sich die Industrie ins eigene Fleisch schneiden. Und genauso im Krankenhaus. Ich meine, das ist doch klar : n Gesunder ... ich mein, ist ja schön für ihn, aber als Rechenfaktor ist der Mann verloren, verstehn Sie, was ich meine? Und deswegen muß man den Begriff „Heilen“ auch mal n bißchen anders sehen. Wirtschaftlich. An die Zukunft denken.
Sozialleistungen – nee ... das geht doch nich ... ich weiß gar nicht wie die sich das vorstellen! Ich seh gar nicht ein, warum einer auf Staatskosten im Krankenhausbett flegelt und rumjammert und behandelt werden will. N Staat ist ne Firma. Ganz normal. Auch wenn wir da noch nich so weit sind. Aber wir sind auf m Weg. Und der Bürger ist nun mal in erster Linie Verbraucher. Oder Arbeitgeber. Kunde oder Anbieter. Oder, ums mal wirtschaftsmäßiger zu sagen : Produzent oder Konsument. So einfach ist das. Und Gesundheit kostet. Wie alles andere auch. Und wer nicht bezahlen kann – bitte : gehn Sie doch mal Einkaufen und sagen : Ich möcht gern die Schuhe da, aber Geld hab ich keins. Da sagt die Verkäuferin ja auch : Aber gern, bitteschön, solln wirs nett einpacken? Na also. Aber ins Krankenhaus gehen und Ansprüche haben! Mein Lieber! Nee, so geht’s doch nich. Zahlungsunfähige Kranke die können sich ja nützlich machen. Als Testpersonen. Medikamente, wo man noch nicht so weiß, Risiken und so. Und wenn sie Glück haben, wirkt es und sie werden gesund. Das ist doch ein fairer Deal. Ich mein, umgekehrt kanns ja genauso sein : einer nimmt teure Medikamente und bleibt krank - - - Nee, nee, Umgang mit Sprache ist ja werbetechnisch heutzutage das A und O. Die Wörter gegen andere austauschen. Und da kommt hier wieder die Wertediskussion rein : Da haben Sie einerseits das Anerkannte und andererseits das, was Sie wollen. Und da ersetzen Sie was aus der letzteren Rubrik durch was aus der ersten. Ganz einfach. Aber (senkt, verschwörerisch lächelnd, die Stimme) nicht weitersagen. Prost. - - - Ich mein : wer ist heute nicht mit Qualitätssicherung einverstanden. Nur, wenn Sie Qualität gegen Profit austauschen, dann haben Sie den wahren Sachverhalt. Dann klingt das ganze schon etwas anders, nicht wahr? Aber von Profitsicherung dürfen Sie nicht reden, auf keinen Fall. Da arbeiten die Leute dann nich so gern dafür, die ahnen ja, daß es nicht um ihren Profit geht. Sicher, wer nich vom Fach ist, den verwirrt das, aber unsereins geht damit um wie mit ner Fremdsprache. Ist wie Englisch/Deutsch. Wenn einer Carport sagt, dann weiß man doch auch, er meint seine Garage, oder? Und wenn ich ‚Qualität’ hör, dann weiß ich, was gemeint ist. Wir reden untereinander ja auch nich anders. Aber jeder kennt das Vokabular. Und wenn Sie sich mal nicht sicher sind : nehmen Sie das Gegenteil. Das haut meistens hin. (lacht) da (lacht) hört sich ne Politikerrede gleich ganz anders an, nich? (lacht) – ja ja, Insiderwissen ... aber (s.o.) nicht weitersagen (lacht) - ah! das Frollein! Fesche Maus, nich wahr? Sie auch noch n Glas? – Ich schon – und noch ein (mit wählerisch-schwebender Hand) Schnittchen – Also: Zum Wohl - Klar, daß die Belegschaften motzen. Denn Privatisieren heißt auch Rationalisieren. Profit heißt immer Rationalisieren. Und Rationalisieren heißt nach überflüssigen Ausgaben suchen, sprich : Kündigen. Heutzutage müssen Sie mit der Sprache arbeiten. Wir sprechen ja von Qualitätssicherung. Klingt, als obs um Qualität geht. Geht’s ja auch indirekt : Wieviel man davon überhaupt braucht und auf wieviel man verzichten kann. Sicher, da wird aufgeheult. Wen wunderts. Jeder Hund knurrt, wenn man ihm die Wurscht wegnimmt. Aber das Schmarotzen und Faulenzen hat ein Ende. Jetzt zählt Effizienz – : Zauberwort. Und unnötige Arbeitsplätze – nun, das geht eben nicht. Genauso wenig wie zahlungsunfähige Kranke. - - - Wir machens ja nicht selber. Wäre die psychologische Hürde zu groß. Wir überwachen bloß, geben vor. Ausführen tuns Leute aus den Einrichtungen. Sie, da finden sich immer welche. Ist strategisch besser : Wenn die Einsparungen von den Kollegen her kommen, da meckert man zwar, denkt aber : einer von uns, und beißt die Zähne zusammen. Machen wir uns doch nichts vor. Die meisten machens sowieso richtig gern. Der Witz : die merken selbst nicht, was sie machen. Manchmal rationalisieren sie sich selbst weg (lacht). Und wenn sich Skrupel melden? Ein Blick auf den Gehaltszettel läßt jeden verstummen. Das ist ja der eiserne Grundsatz : ü el ma e’e a’es – (schluckt) – tschuldigung : ich meine: für Geld macht jeder alles. Und ich sage bewußt ‚jeder’ und ‚alles’. Aber wie gesagt, die meisten machens ja gern, die nehmen den Job mit Handkuß. Vermittelt ja auch irgendwie Macht, nich? Kündigungen empfehlen. Vermittelt zu kurz gekommenen wohl so n Ärzte- oder Wahrsagerfeeling : Herr über Leben und Tod – weiß nicht, was denen so durchs Hirn funkt. Wir schicken jetzt aber auch vermehrt Leute von außen. Ist eigentlich der bessere Weg. Die kommen, haben keine persönlichen Beziehungen, ist ja immer gut, die ziehn ihr Ding durch und : wieder ab. Ist n schöner Nebenverdienst. Ich sag Ihnen : mit Kündigen können Sie derzeit n schönes Geld verdienen. Glaubt man nicht, ist aber so. Klingt paradox, nich? Wie n Witz, aber : Kündigen, natürlich andere Leute, is n sicherer Arbeitsplatz. Ulkig, wie?

Frauenkleider

Eines Tages war der lange geschlossen gewesene Kiosk an der Uferpromenade wieder geöffnet. Als ich für meine Eltern die Zeitung kaufen wollte, erschrak ich vor dem Mann darin. Er trug aus dunkelbraunem Leder geschneiderte Frauenkleidung. Erst mit der Zeit, nachdem ich immer wieder etwas bei ihm gekauft hatte und er angefangen hatte, mit mir zu reden und mir manchmal etwas Süßes zu schenken, verschwand allmählich meine Angst.
In der Kirche des Ortes residierte ein Pfarrer, der für seine Bosheit allgemein bekannt, ja berühmt war, und dessen Predigten als geifernde Hasstiraden auf die eingeschüchterten Kirchenbesucher niedergingen. Das war so interessant, daß sogar ich, obwohl Heide, manchmal zum Gottesdienst ging. Allerdings nahm ich ganz hinten Platz, denn einmal hatte mich der Gottesmann entdeckt, sofort als nicht zur Schar seiner Schäflein gehörig erkannt, seinen drohgewohnten Zeigefinger zitternd auf mich gerichtet und mich wutschäumend aus dem Tempel verjagt, ich soll mich unterstehen, noch einmal das Haus Gottes durch meine Anwesenheit ... ganz hinten war ich sicher, denn da ihm schon mehr als eine Brille im Schwung der Rede von der Nase gehüpft und einige Meter unter ihm auf dem Steinboden der Kirche zerbrochen war, predigte er ohne Augengläser. Hier hinten aber konnte mein kindliches Gemüt begierig so manche rhetorische Perle in sich aufnehmen.
Die Schar seiner Feinde war groß: Sünder allgemein, künftige Sünder, Lüstlinge, Pubertierende, Ausländer allgemein, besonders aber Neger und die neumodischen Gastarbeiter, Pazifisten, Jahrmärkte, Radio, die meisten Musikveranstaltungen, Ehebrecher sowieso, SPDler, Unzüchtler und sonstige Geisteskranke, Fasching, Fernsehen, Rollstuhlfahrer (die sich was schämen sollten! In seine Kirche kommt keiner rein!), Behinderte (auf Mitleid pochen! Sie sollen lieber mal nachdenken, warum sie so sind! Gott hat sich ja was dabei gedacht!), Feuerwerk, Freidenkerei (Feuersbrünste, etwa infolge Freidenkerei, seien Strafen des Herrn. Löscharbeiten seitens der Feuerwehr also Versuche, dem Herrn ins Handwerk zu pfuschen), die sog. Verhütung, Kindergärten (weil sich die Mütter vor der Erziehung drücken), Verlosungen, Toto und Lotto (dem Herrn dreinreden wollen!), Mode, Spaziergänge, Verbrecher, Arbeitsscheue, Arbeitslose, Sport, Kegeln, Säufer, Kommunisten, Gammler, Stammtische, Frauen prinzipiell, vor allem, wenn sie vergaßen, wofür der Herr sie geschaffen hatte, ledige Frauen besonders („jede ledige Frau ist unverheiratet!“), geschiedene Frauen ganz besonders, Langhaarige, Witzemacher, Kinder („Kinder sind werdende Sünder!“), grundlos lachende Kinder, lachende Kinder, frech lachende Kinder sowieso, Hüpfspiele machende Kinder, Kartenspiele, Würfelspiele, alle Spiele, Musik (außer für kirchliche Zwecke), Vereine (außer dem katholischen Wallfahrtsverein), Raumfahrer (der Himmel ist Hoheitsgebiet des Herrn), Afrikaner, Evangelische, Amerikaner, Muselmänner, Inder, Juden, Japaner, kurz: Andersgläubige allgemein, Ungläubige erst recht, eigentlich alles Nichtkatholische (allerdings hatte sich auch hier allerhand eingeschlichen) ... ich vermutete, daß er eigentlich die ganze Welt, außer sich selbst, meinte - - - ja, ja, Gott hatte es nicht leicht. Er wolle nicht mit ihm tauschen, wahrhaftig nicht. Bei soviel Unzucht käme auch ein Allmächtiger mit Strafen nicht mehr nach. Da bliebe manches ungesühnt. Wenn Gott wüßte, was die Menschen auf der von ihm geschaffenen Erde alles so trieben – er hätte sie wohl lieber unerschaffen gelassen. Wenn der Pfarrer angefangen hätte, über den Lieben Gott zu wettern, mich hätte es nicht überrascht.
Seine Predigten verliefen nach einem eingespielten Schema. Nach einem kurzen Aufenthalt beim Tagesthema, etwas mühsam, weil brillenlos, von seinen Notizen abgelesen, kam der Pfarrer alsbald auf eines seiner Feindbilder zu sprechen und löste sich von seinem Manuskript. War das Grundschema seiner Predigten sich auch immer sehr ähnlich, so hatte er sich aber im Laufe der Jahre ein hübsches, abwechslungsreiches und stetig wachsendes Repertoire an Themen und Vokabeln zusammengetragen, das er in seinen Predigten abarbeitete. Wenn er sich in Fahrt und Wut geschrien hatte, überzog er regelmäßig die Zeiten, weil ihm immer noch eine „Sauerei“ einfiel; häufig kam es vor, daß die Besucher des zweiten Gottesdienstes vor dem Portal zu warten hatten, während das Gotteshaus von seinem Wutgebrüll hallte. Nahm die Zahl der Themen stetig zu, so reduzierte sich das zur Abarbeitung benötigte Vokabular. Hier war er ganz Dichter, indem er sich auf die aussagekräftigsten Ausdrücke beschied. Besonders tauglich für die Zurechtweisung seiner Schäflein empfand er das mit der Schweinehaltung zusammenhängende Wortfeld. Ferkelei, Sauerei, Schweinerei blieben nie unerwähnt und waren wegen „der an sich zur Sauerei neigenden Natur der Menschen“ auch stets passend. Obwohl von seiner eigenen Frömmigkeit eigentlich zu geistigen Höhen bestimmt, zwangen die Menschen ihn immer wieder zur Auseinandersetzung mit diesen schweinestallartigen Niederungen. Ich erinnere mich, wie er mit eisiger Stimme verkündete, daß er in Hörweite seiner Kirche, ja in seinem ganzen Sprengel, das Aussprechen des Wortes „Scheiße“ nicht dulde. Er dulde nicht einmal das Denken des Wortes und (er senkte die Stimme) vertraue hier demütig (er hob die Stimme) auf Gottes züchtigende Hand.
Ich opferte öfters etwas Taschengeld, um am Sonntagvormittag im Schwarzen Adler in der Nähe des Stammtischs eine Limonade zu trinken und den Bauern beim Frühschoppen zuzuhören, wenn sie die Predigten des Pfarrers noch einmal durchnahmen. Immer waren schon etliche Bauern und Handwerker da, die den ersten Gottesdienst besucht hatten, den Gottesdienst schwänzten oder überhaupt nie besuchten. Und hier erfuhr ich auch von den früheren seelsorgerischen und rhetorischen Heldentaten des Gottesknechts. Wenn gegen zwölf Uhr die letzten Kirchgänger aufgetaucht waren und man zu erörtern begann, was der Gockel (so wurde der Pfarrer in Anspielung auf seinen Nachnamen allgemein genannt) von der Kanzel gekräht hatte, winkte der Träubling brummend ab und äußerte seine Verwunderung darüber, daß man „so einen frei rumspringen“ lasse. Narrenfreiheit sei vielleicht „in der The’erie“ eine schöne Sache, aber in Wahrheit gehörten solche doch weggesperrt. Weil sie gemeingefährlich seien. Einer der Bauern begütigte, er solle doch nicht gar so streng sein, dem Pfarrer hätte halt einer ins Gehirn geschissen, womöglich der Liebe Gott selber. Dieses Bild, nämlich das eines seinen Pfarrern ins Gehirn scheißenden Gottes, machte mir starken Eindruck. Man lachte. Doch nicht der Träubling, der den Kopf schüttelte und dem Wirt mit dem vorgezählten Geld winkte. Ihn wundere, daß diesen Irren noch niemand von der Kanzel geholt habe. Um einen Deppen dieses Kalibers müßten sich die Irrenanstalten doch eigentlich schlagen.
Das Durchführen von Beerdigungen gehörte zwar zu den seelsorgerischen Aufgaben des Pfarrers, wurde aber von der Bevölkerung selten in Anspruch genommen. In seinen Traueransprachen wandte er sich, wegen der Gerechtigkeit, auch den Fehlern der Hingeschiedenen zu und verlieh der Hoffnung Ausdruck, daß der Herrgott nicht allzu streng verfahren und diesmal noch ein Auge zudrücken möge.
Während einer Leichenrede hatte er sich warm geredet, nach Ablesen der zahlreichen guten Eigenschaften und Eigenheiten des Verstorbenen schließlich das Zettelchen mit den Stichpunkten weggesteckt und war zu freier Rede übergegangen, hatte nach und nach auch nicht ganz so gute Eigenschaften am Verstorbenen entdeckt, etwa an einen Rechtsstreit erinnert, wo es um ein Wegerecht zwischen zwei Grundstücken gegangen war und wo „auch nicht alles mit der Ordnung“ zugegangen war, ganz zu schweigen von jener wohl allen Anwesenden unvergeßlichen Sache mit dem unehelichen Kind, und jetzt könne man es ja ansprechen: wohl jeder habe sich damals gefragt, ob es für einen, wenn auch rüstigen, aber doch schon in den Sechzigern stehenden Manne schicklich sei, eine kaum Vierzigjährige zu ehelichen. Vielleicht sei es ihr selbst mittlerweile ja auch aufgegangen, wandte er sich an die Witwe, daß da etwas nicht gestimmt habe. Aber jetzt sehe man ja, wohin es führe ... ach! (winkte er ab), er könnte noch so manches, wohl auch für nächsten Angehörigen höchst Überraschende aufführen, wenn halt das Beichtgeheimnis nicht wäre. Als er schließlich die Hinterbliebenen dazu beglückwünscht hatte, „von diesem Übel in Menschengestalt erlöst“ worden zu sein, war die Witwe, eine kugelrunde, kleine, sehr hübsche Frau, der mittlerweile aufgegangen sein mußte, daß da etwas nicht stimmte, vor ihn getreten und hatte ihm eine Maulschelle verabreicht, die ihn herumwirbelte und gleichzeitig den knallenden Schlußpunkt seiner Leichenrednerslaufbahn gab. Beerdigungen nahm nun ein Bruder aus dem nahegelegenen Kloster vor, auf das er seitdem schlecht zu sprechen war.
Auch geheiratet wurde in der Kirche des Gockel selten; wenn, dann ließen sich hier nur ahnungslose Neuzugezogene trauen oder Paare, die während des Urlaubs das reizvoll am See gelegene Kirchlein entdeckt hatten. Einheimische wußten um die Eigenart des Pfarrers. Er hielt es bei einer Verehelichung für seine vornehmste Pflicht, während des Ringtauschs die Brautleute daran zu erinnern, daß die Ehe kein Deckmantel für Unzucht jeglicher Art wäre. Sie diene lediglich dazu, den an sich unkeuschen Vorgang der Kindszeugung – und zu nichts anderem diene die Annäherung der Geschlechter, zu nichts anderem – kirchenrechtlich etwas von der ihm eigenen Unzüchtigkeit zu nehmen und wenigstens einen Anstrich von Sittlichkeit zu geben. Aber gerade diese Sittlichkeit sei für manche ein Vorwand, dahinter gewissenlos Unzucht zu üben und die Unsittlichkeit zu einer scheinbare Sittlichkeit zu machen. Nein, die Ehe sei kein Freifahrtschein für Fleischeslust. Kinderreiche Familien ... nun, prinzipiell eine gute Sache, aber er habe den Verdacht, daß nicht wenige Kinder, und er denke da an ganz bestimmte!, nur der Fleischeslust wegen gezeugt worden waren. Das sei natürlich kein schöner Start ins Leben. Wenn mancher wüßte, daß pure Gier der Grund für sein Dasein sei! Kein Wunder, wenn aus manchem Kind später auch nur ein Lump werde. Aber Kinder seien, auch wenn anfänglicher Liebreiz und scheinbare Unschuld darüber hinwegtäuschten, nicht nur von der Fleischesgier ihrer Eltern, sondern, wie jeder Mensch, auch von der Erbsünde belastet, und das bevorstehende Leben nichts anderes als die gebotene Möglichkeit, diese Erbsünde zu verringern. Und fest im Auge zu behalten sei, daß jeder Mensch, und das gelte auch für den noch ungeborenen Erdenbürger, dem Tode geweiht sei und so rufe sich jeder in Erinnerung, daß er mit seinem Lebenswandel darüber entscheide, ob er später entweder Engel oder Teufel sein werde. - Wenig Brautpaare schätzen derlei Erinnerungen als Auftakt zu ihrem Eheleben. Und da er es ablehnte, von anderen Geistlichen Heiratswillige in seiner Kirche trauen zu lassen, waren Hochzeiten eine Seltenheit. Daß sich manche Paare in der klösterlichen Basilika trauen ließen ... die Zeremonie geleitet von einem Mönch, um nicht zu sagen: einem Kapaun ... über diese Entartung könne er nur den Kopf schütteln.
Der Pfarrer hielt auch den Religionsunterricht in der Schule ab. Da man nicht wußte, was man mit der Handvoll nichtkatholischer oder konfessionsloser Schüler während der Religionsstunde anfangen sollte, ließ man sie im selben Raum an einem hinteren Tisch während der Stunden Rechenaufgaben lösen.
Von dort wurde ich Zeuge der Unterrichtsstunden des Herrn Pfarrer (der uns Nichtkatholische ansonsten dabei wie Luft behandelte, selbst wenn er gegen das Nichtkatholische wetterte). Daß es Evangelische gab: eine Frechheit. Lauter Abtrünnige. Dieser Luther, der bekäme von ihm was zu hören. Aber die Evangelischen würden schon sehen: „Evangelische kommen in die Hölle.“ Die anderen Abtrünnigen eh. Behaupten, daß man Jesus verehrt, das kann ja jeder.
Aber daß es Ungetaufte gab, das war ungeheuerlich. Daß das überhaupt erlaubt war! Daß darauf keine Strafen stünden ... Anläßlich dieser Ungeheuerlichkeit richtete der Pfarrer doch einmal, das einzige Mal während seines Unterrichts das Wort direkt an mich. „Als Heide bist du nichtkatholisch. Automatisch.“ Ich antwortete nicht. „Als Heide kommst du in die Hölle. Automatisch.“ Ich antwortete nicht. „Weiterrechnen!“ kommandierte er.
Seine Pädagogik ruhte auf drei Säulen: der Fleischeslust, vor der zu warnen man nicht früh genug anfangen konnte; dem sog. „Dreinfahren“, das aus überraschenden Ohrfeigen, an den Haaren reißen und Ohrverdrehen bestand. Sein großes Thema aber war die Erbsünde, von der es direkten Wegs zur Fleischeslust ging und die ihm jederzeitiges Dreinfahren nicht nur ermöglichte, sondern dieses geradezu forderte. Ich war Zeuge, wie diese Vorliebe für die Erbsünde das Ende seiner Tätigkeit als Religionslehrer einleitete. Er könne, belehrte er die Kinder einmal, jeden beliebigen von uns züchtigen – „zum Beispiel dich“ – er zeigte auf Bernhard, der sofort auf- und strammstand. Auch wenn er gar nicht wisse, wofür er eine Ohrfeige bekomme – er bekam demonstrationshalber eine - , so könne er dennoch sicher sein, sie – er bekam noch ein paar - verdient zu haben, und zwar wegen der immer bestehenden Erbsünde. Es gebe also logischerweise gar keine ungerechten Strafen. Selbst wenn weder der Bestrafte noch der Strafende wüßten, wofür gestraft würde. Am Tag des nächsten Religionsunterrichts fuhr gegen Mittag der Bauer Träubling, Bernhards Vater, mit dem Traktor auf dem kleinen Schulhof vor, blieb auf dem tuckernden Fahrzeug sitzen und stieg, als der Herr Pfarrer in der Schultür erschien, ab, ging zum erst würdig einherschreitenden, dann fragenden Blicks stehenbleibenden Gottesknecht, nahm ihm den Spazierstock ab und verdrosch ihn damit vor den Augen der schweigenden Kinderschar, zog dem herbeieilenden Lehrer auch noch eine über und fragte schließlich den Pfarrer, ob er wisse, wofür? drückte ihm den Spazierstock in die Hand, drehte ihn um, schob ihn fort und wandte sich an den seine Beule massierenden Lehrer, ob er sich denn nicht schäme, so einen Kinderschinder an seiner Schule zu dulden? winkte seinen Sohn zu sich und fuhr mit diesem wieder vom Schulhof. Bei dem ganzen Vorgang hatten mich eines besonders gefesselt: daß der Pfarrer unter den Spazierstockhieben keinen Ton von sich gab, dabei aber aus seinem langen, schwarzen Rock Staubwolken aufstiegen.
Darüber, daß der Pfarrer nicht mehr zum Religionsunterricht erschien, waren die Eltern nicht unglücklich. Nicht wenige hatten befürchtet, daß der Pfarrer mit seinem steten Warnen vor Sünde und Fleischeslust die Kinder nur auf dumme Gedanken bringe.
Die Religionsstunden hatten übrigens auch bei uns Nichtkatholischen Wirkung gezeitigt: durch das beständige Lösen von Rechenaufgaben waren wir bald den katholischen Schülern in dieser Disziplin überlegen. Als der Lehrer das einmal erwähnte, machte der Pfarrer den Vorschlag, dann halt einfach die Rechen-Noten bei den Nichtkatholiken grundsätzlich herunter zu setzen, „wegen der Gerechtigkeit“.
In seinen Predigten deutete er zuweilen an, daß er wegen seiner Glaubensstärke viel zu erleiden gehabt habe – vermutlich dachte er an die Spazierstockschläge und die Friedhofsmaulschelle -, aber diese Prüfungen demütig annehme.
Anstelle des Pfarrers tauchte in den nächsten Wochen ein zitterndes altes Männlein, ein Pfarrer im Ruhestand, auf, der uns – und zwar allen Kindern – in einem Korb Früchte aus seinem Garten mitbrachte und uns mit gleichfalls zitternder Stimme aus der Kinderbibel vorlas, währenddessen wir die Zwetschgen, Kirschen, und Erdbeeren aus seinem Garten verzehren durften. Die Kinderbibelgeschichten mochte ich recht gern, wenn mir auch die ohne Jesus lieber waren. Den konnte ich nicht recht leiden, die Wundertuerei war ein bißchen lausig, das hielt ich für Geflunker, und fünftausend Fischesser, das war eine grausige Vorstellung. Mir gefiel nur, wie er übers Wasser ging. Ich hatte es selbst probiert, es war gar nicht so schwer, man mußte aber gut aufpassen, sonst sank man ein und kriegte nasse Schuhe. Auch die Weihnachtsgeschichte liebte ich. Wegen der drei Könige, ihren Geschenken, dem Kamel mit den praktischen Höckern, zwischen denen man beim Reiten nicht herunterfiel und dem schönen Schweifstern, den sie an einer Schnur hinter sich her zogen. Sehr gern hörte ich auch vom Ritt durchs Rote Meer. Der alte Pfarrer freute sich und las uns gern unsere Wunschepisoden vor, so oft wir darum baten, selbst die Weihnachtsgeschichte zu einer Jahreszeit, in der wir dabei seine Kirschen aßen. Eines Tages warteten wir vergeblich. Der Lehrer trat herein. Der alte Pfarrer war gestorben – ach! wie schade! Mein Banknachbar August verzog das Gesicht, fing dann an zu schluchzen, worauf Annemarie, die ohnehin täglich mehrmals, auch wenn ihr nur der Radiergummi hinunterfiel, in Tränen ausbrach; dann entdeckte ich, daß ich selbst weinte, und schließlich schluchzte und greinte die ganze Klasse.
Bald darauf übernahm der schon für die Hochzeiten und Beerdigungen zuständige Mönch auch den Religionsunterricht. Da er mit seiner säuselnden Stimme darauf bestand, daß alle Nichtkatholiken aus dem Raum zu entfernen seien, lösten wir nun unsere Rechenaufgaben im Bastelraum.
Beliebt waren die Weihnachtspredigten des Gockels, die, nachdem er seiner Gemeinde die seit vorigem Weihnachten gleichgebliebene schlechte Weltlage zum Vorwurf gemacht hatte und die resignierte Frage gestellt hatte, „wie oft sie eigentlich noch Weihnachten zu feiern gedenken, ehe sich was ändert, hä?“, aus Verdammungen der traditionellen Weihnachtsgerichte, nebst einem Rezept für ein gottgefälliges Mahl bestanden – einem Kartoffelsalat (mit lieber zuviel, als zu wenig Essig) sowie einer Bratwurst, welche in nicht zu viel Fett in der Pfanne anzubräunen sei. Abgerundet wurde dieser Rezeptvorschlag durch eine Weinempfehlung, einen guten Tropfen, vom fürstbschöflichen Weingut zu beziehen, wobei durch Selbstabholung die Versandkosten gespart werden könnten. Der Wein aus dem nahen, klösterlichen Weinberg blieb unempfohlen, ja unerwähnt.
Den größten Teil der weihnachtlichen Predigt bildete dann aber die Schmähung der weihnachtlichen Völlerei. Es empörte ihn, daß sich Christen an diesem hohen Festtage in knochenabnagende, eislutschende und zigarrenrauchende Vielfraße verwandelten. Aufgebracht rief er die opulenten Weihnachtsbraten in Erinnerung und gemahnte an den Gegensatz zum ärmlichen Stall, in dem der Herr geboren worden war, wo an kastaniengestopften Gänsebraten gar nicht zu denken gewesen sei. Oder an die unter speckwürfelstarrendem Bohnengemüse versteckten Hammelbraten. Fische seien bekanntlich Fastenspeise. Warum also Forellen mit Rauchfleisch umwickeln und mit Kräutern füllen? Dazu die Knödelberge, jeder Knödel mit einem angerösteten Brotwürfel gefüllt, die Schinken, die – nicht genug, daß sie vor Fett tröffen – auch noch mit Wurstbrät gefüllt seien und mit butterübergossenen Kartoffeln serviert würden, welche, als sei das Maß nicht schon übervoll, nicht selten sogar noch mit in eben dieser Butter gebräunten Semmelbröseln bestreut würden. Und das alles mit Soßen, in denen Sahne oder Wein literweise verkocht worden sei. Und mit einem Gericht sei es nicht genug. Da ließen sich dann nämlich die vollgefressenen Prasser nach dem Gänsebraten ungerührt und ohne Scham erst ein Glas Schnaps, dann einen mit kleinen Bratwürsten gestopften Karpfen schmecken! Und damit sei’s immer noch nicht genug. Dann gebe es womöglich noch Hasenschenkel, die vor Rahm auf dem Teller kaum zu finden seien. Dazu in Wein gekochtes Kraut, das mit einer nelkengewürzten Mehlschwitze aufgekocht worden sei. Und beispielsweise Spätzle, die praktisch nur aus mit Eiern gesättigtem Mehl hergestellt würden. Ja! In der Not, schmeckt die Wurst auch ohne Brot! Aber auch dann ... dann sei immer noch kein Ende, dann käme noch der Nachtisch. Schmalzgebackenes. Als ob des Fetts nicht schon genug verschlungen worden wäre. Was für eine Unglaublichkeit die neumodische Sitte des abschließenden Eisessens sei! Zum Nachtisch empfehle er ein tiefempfundenes Dankgebet. Auch die Zigarren und die verabscheuungswürdigen Zigaretten wolle er nicht vergessen. Er selbst gönne sich nur an zwei ausgewählten Gelegenheiten einige maßvolle Züge an einem guten Schweizer Stumpen: wenn er seine Predigt geschrieben habe, und wenn er Sonntagabends zufrieden auf eine in Gottgefälligkeit verbrachte Woche zurückschaue. Und fast hätte er es vergessen: was zu all dem getrunken werde! Bier, und zwar dunkles und helles. Jeder soviel er will! Was das für Vorbilder seien! Angetrunkene Eltern. Wein, roter und weißer. Liköre und Schnäpse, die gleich karaffenweise auf den überladenen Tischen bereitstünden. Selbst in den Kaffee, wenn denn überhaupt einer getrunken würde, käme zuvor tüchtig Schnaps. Kein Wunder also, daß mit derart vollgefressenen Wänsten und vernebelten Sinnen niemand mehr den Weg in die Mitternachtsmette fände, daß in derart betäubten Köpfen kein besinnlicher, gottgerichteter Gedanke mehr Raum greifen könne, daß jegliche Frömmigkeit durch fette Braten förmlich niedergewalzt und von Fluten geistiger Getränke förmlich fortgeschwemmt würde. Nachdem ihm kein Gericht mehr einfiel, das er verteufeln konnte, seufzte er, deutete an, daß er ja nicht viel erwarte, wenn er sich so umschaue - er winkte ab - da sei doch Hopfen und Malz verloren, gesegnete Weihnacht - - - Diese Predigten waren besonders beliebt, und ließen, trotz reichlicher Verwendung von „ekelhaft“ und „widernatürlich“, den Gottesdienstbesuchern vor Appetit das Wasser im Mund zusammenlaufen und sie gleich nach dem Gottesdienst mit knurrenden Mägen nachhause eilen und in die heimischen Backröhren spähen und die Weltlage sich selbst überlassen.
Eines Tages war der Mann mit den ledernen Frauenkleidern zum Gottesdienst erschienen. Der Pfarrer hatte ihn mitten in seiner Predigt in den Bankreihen entdeckt, er handelte gerade die „unsäglichen Gastarbeiter“ (Gottes Wege seien für den Menschen nicht immer verständlich, aber er habe nicht herausbekommen, warum er die erschaffen habe), als er stockte, ausgestreckten Arms auf den Mann wies und ihn aufforderte, augenblicklich das Gotteshaus zu verlassen, solche Sauereien dulde er nicht, Beschmutzung des Heiligsten, Versuch, aus dem Haus des Herrn einen Schweinestall zu machen, daß er es überhaupt wage ...
Der Mann war aufgestanden, hatte mit ruhiger Stimme erklärt, daß er aus uraltem ungarischem Adelsgeschlecht stamme, in dem seit Jahrhunderten der Brauch herrsche, daß die Männer aus Leder geschneiderte Frauenkleider trügen. Im übrigen gehe er gern. Er sei unangenehm überrascht, in einer Kirche einen derartigen keifenden Unflat zu hören. Ob ihm, dem Herrn Pfarrer, entfallen wäre, daß Nächstenliebe eines der wichtigsten Gebote für einen Christen seien?
„Nächstenliebe!“ hatte es hinter ihm her gekreischt. „Die muß man sich erst mal verdienen!“
Von da an hatte der Pfarrer zwei neue Gegner: Adlige und Ungarn. Letztere duldeten, daß erstere unter ihnen in ledernen Frauenkleidern herumsprangen. Die sollen sich was schämen ...

Hausaufgaben

Schämen Sie sich auch einmal und überlegen Sie sich in aller Ruhe, wofür.

Viel Freude dabei und
Au revoir
wünscht

Ihr
Rainer Braune

 

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© Rainer Braune, 2006-2014 | Impressum
Stand: 25. Februar 2014