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Celeri 34 - Dezember 2008
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Inhalt

Verabredung

Skizzen zu einer Religion

Empfangskomitee

Hausaufgaben

(Anm.: Celeri Ausgabe 35 erscheint Anfang Januar 2009)

 

Verabredung

Die Gasse, die er endlich mitten in der Stadt gefunden hatte, war eine Sackgasse, er hatte noch nie etwas in ihr zu tun gehabt. Mit der Adresse stimmte etwas nicht – die Hausnummer hatte er gefunden, aber von einem Café war nichts zu entdecken. Es war niemand unterwegs, den er hätte fragen können.
Er hatte wohl unwillkürlich nach einem etwas aufwendigeren, dem Namen des Lokals entsprechenden Schild gesucht und war deshalb überrascht, als er beim Hin- und Hergehen in den Fensterscheiben das handgeschrieben Pappschild entdeckte. „Café Exzellenz“. Flankiert von zwei vermutlich eingetrockneten Kakteen und am Bauch eines böse blickenden Gartenzwergs lehnend, wirkte es eher wie ein Warnschild, als wie eine Einladung.
Der Raum war klein, er hätte nicht für möglich gehalten, daß man hier vier Tische unterbringen könnte. Etwas Körperbeherrschung und gymnastische Wendigkeit war denn auch erforderlich, als er sich setzte.
Die Wirtin – im museumswürdigen Modell einer sogenannten Kittelschürze, bedeckt mit interessanten Speise- und Getränkeflecken der vergangenen Jahrzehnte – sah ihn an, als habe er nicht „Guten Tag“ gesagt, sondern: „Ich komme mit den Rechnungen.“ Interessant, wie sie seinen Gruß erwiderte: nur durch das Heben einer Hälfte der Oberlippe.
Ein Gast war da, ein vogelköpfiger und vogelgesichtiger Mann, dessen eisengraue, zurückgekämmte Haare sich über der Stirn wie der Schopf eines Sittichs sträubten. Mit weit von sich gestreckten Armen studierte er das Speisenkärtlein und nickte schließlich wortlos der Wirtin zu. Was er wohl bestellt hatte? Einen Hirsekolben?
Er versuchte, sich unkompliziert zu geben und wählte Kaffee. Aber die Wirtin verdrehte schnaubend die Augen, ehe sie ihn anfuhr: „Ja was für einen? Schwarz? Milch? Zucker?“ Mit solch einer Auswahl hatte er nicht gerechnet.
Eine Frau betrat den Raum, grüßte vage und riß mittels Reißverschluß ihren Anorak in der Mitte auseinander. Sie war das, wofür „dick“ nicht mehr recht passen wollte. Besorgt beobachtete er, wie sie sich am Nachbartisch auf einen Stuhl preßte – sein Weg ins Freie war nun abgeschnitten. Die Frau machte nicht den Eindruck, als würde sie, auf eine höfliche Bitte etwa, sich erheben und den Weg freimachen.
Das Essen des Vogelmenschen wurde gebracht – ein Meisenknödel?
Er blickte unauffällig in die Speisekarte. „Semmelknödel mit Sulz“ hieß das Gericht. Es klingelte aus dem Nebenraum. Die Wirtin, mißbilligender denn je, erschien in der Tür, fixierte ihn und hielt ihm den Telephonhörer hin.
„Für mich?“ sagte er, erstaunt über ihre Sicherheit.
„Für wen denn sonst?“
Zu seiner Überraschung erhob sich die dicke Frau unaufgefordert, mit schüchternem Lächeln an ihm vorbeiblickend, um ihn herauszulassen. Als er den Telephonhörer ans Ohr hielt, sah er, wie sie sich eben wieder setzte, weiter hinten, um ihm bei seiner Rückkehr nicht im Weg zu sein. Seine zusammengelegte Jacke verschwand unter ihrem Gesäß, er hatte die Vorstellung, daß er später die Jacke wie ein gefalztes Stück Blech auseinanderzubiegen hätte ... „Bitte?“ Am Apparat war die Stimme der Unbekannten.
Sie entschuldigte sich. Sie habe bemerkt, daß sie sich mit ihm um achtzehn Uhr verabredet hatte. Sie habe aber acht Uhr abends gemeint. Ein Versehen. Ob es ihm etwas ausmachen würde, noch zu warten? Sie würde sich beeilen und so bald wie möglich da sein.
Daß er gehen wollte, obwohl er den Kaffee noch nicht angerührt hatte, empörte die Wirtin. Noch empörender fand sie, daß er den Kaffe dennoch bezahlen wollte. Er hatte das Gefühl, daß alles, was er getan hätte, nichts anderes als Empörung ausgelöst hätte.
Die dicke Frau löffelte mittlerweile an einer dicken Suppe. Da das tropffreie Hinführen des gefüllten Löffels vom Teller über die Großfläche des Busens hinweg zum Mund jongleurshafte Geschicklichkeit erforderte, wagte er kaum zu stören. Als er dann, in einer Löffelpause, doch um seine Jacke bat, lächelte sie geschmeichelt. Offensichtlich hatte sie etwas anderes verstanden. Als ihr klar wurde, was er meinte, errötete sie, dann fiel mit einem leisen Plumps ein Stück Blumenkohl auf ihre Brust, dann, als sie dorthin sah, noch ein Klecks Suppe.
Nachdem er durch ein paar Gassen gegangen war, kehrte er zurück und stellte sich vor die Tür des Cafés, um auf die Frau zu warten und ein anderes Lokal vorzuschlagen. Da sie nicht erschien wurde er unruhig und öffnete die Tür. Die dicke Frau – nun mit dunklem Fleck auf dem Pullover – trank einen dünnen Tee, der Vogelmensch zog an einer Zigarette, ein rauchender Wellensittich in Grau, ein Radio verströmte tief rülpsende Laute, wohl etwas Musikähnliches ... die Unbekannte saß da, von der Wirtin erzürnt fixiert, den Mantel über den Schoß gelegt, die schmalen Hände darauf geradezu drapiert, die schwarzen Haare hochgesteckt aber aufgelöst, über dem weißen Blusenkragen der unwirklich schlanke Hals, das Gesicht ungeschminkt und blaß. Sie saß aufrecht, in einer Haltung, als werde sie soeben gemalt – hochmütig, herablassend – eine in der unappetitlichen Banalität der Jetztzeit verirrte Sphinx. Kaum erblickte sie ihn, erhob sie sich und kam ihm mit ausgestreckter Hand entgegen. Sie wollte ihm aber nicht die Hand geben, sondern schob sie ihm unter den Arm und dirigierte ihn nachdrücklich wieder hinaus. - - - „Ein Irrtum“, murmelte sie dabei.

Skizzen zu einer Religion

Konsum ist allgegenwärtig, allesdurchdringend, allesbestimmend, allessehend, usw. – Eigenschaften, die an den Lieben Gott erinnern. Wir werden überall beobachtet, und unsere Kreditkarten und Pay-Cards verraten, was wir eingekauft haben und wofür wir anfällig sind.
Konsum hat nicht nur etwas Religiöses, er ist eine Religion. Er hat seinen Katechismus. Er duldet keine Götter neben sich. Du sollst begehren. Lass dich gelüsten der herrlichen Dinge, die für dich bereitgehalten werden. Aber nicht stehlen! Sondern kaufen. Verfalle nicht in die Schande des Verzichts, der Sparsamkeit, der Entsagung. An Sätzen wie: „Das brauch ich nicht“ sollt ihr sie erkennen, die Ungläubigen, die unseligen Missächter des Konsums.
Von der Kaufreligion geht ein strenges „Es-ist-zu-glauben,-daß“ aus, mit dem der Vatikan seine Schäflein in die Hürde zurückzwingt. Auch hier gilt jenes „glauben, nicht wissen“, jene Geisteshaltung, die Kritiklosigkeit als vorbildlich einstuft. Eine Religion, der in den großen, St. Scheffel & Raff geweihten und Shopping-Malls genannten Andachtsstätten, gehuldigt wird, deren Huldigungsstätten Tempeln oder Kirchen gleichen, auch wenn die Gottes- oder Götzendienste etwas bunter und schreierischer abgehalten werden. Auch die geheimnisvolle Wandlung hat ihr merkantiles Gegenstück: Die stetige und unaufhörliche Verwandlung von Unverkäuflichem in Käufliches.
Denn der alleinseligmachende Glaubensinhalt ist das Geld, dem man in zweierlei Formen huldigt: Gelderwerb. Geldausgabe. Durch die Beschäftigung mit den Erwerbungen zur Triade ergänzt, bilden diese den alleinigen Lebensinhalt des praktizierenden Anhängers (Konsument, Kunde oder auch Verbraucher genannt), des wahren Gläubigen, der in Worten und Taten, in Sinnen und Trachten nichts anderes kennt, auf nichts anderes aus ist. Auch nach dem eigentlichen Kaufvorgang bietet die Religion Erfüllung, einerseits durch die Beschäftigung mit den Erwerbungen, die andererseits einen Gesprächsstoff bieten, der so unerschöpflich ist, daß sich die oft mühevolle Suche nach Gesprächsstoff und die oft noch mühevollere Führung des Gesprächs erübrigen.
Die Meditation des Wahren Kunden richtet sich auf die Frage, ob auch wirklich alle Inhalte seines Lebens vermarktet sind oder ob gar noch unvermarktbare Zonen existieren und wie diese dann in die fromme Währung des wahren Glaubens verwandelt werden können. Dem kirchlichen Ideal, das ganze Leben als ein Gebet zu führen, entspricht das Ideal dieser Religion, nichts im Leben zu dulden, das nicht gekauft ist.
Der richtige Gläubige teilt nicht, borgt und verborgt nichts. Jeder Mensch erwirbt jeden Artikel für sich.
Die Religion von St. Scheffel und Raff kümmert sich verantwortungsvoll um ihre Gläubigen und zeigt ihnen sinnstiftende Lebensmodelle. Die Werbung ist der Katechismus, in dem jedermann nachschlagen kann, was er im Leben vorhaben und machen könnte.
Die Religion von St. Scheffel und Raff kennt nicht die peinigende Einrichtung der Beichte. Statt dessen bietet sie rasche Entlastung vom schlechten Gewissen, das nichts anderes ist als das Bewußtsein, nicht genügend konsumiert zu haben: Befreiung durch sofortige, reuevolle Aufnahme des Konsums, wozu die Tempelanlagen mit ihren Seitenkapellen - St. Gierlian, St. Geizistgeil u.v.a. - reichlich Gelegenheiten bieten. Wer diese einfache Vorraussetzung der Zugehörigkeit – freudiges, häufiges, nicht nachlassendes Konsumieren – erfüllt, den nimmt die Religion gnädig und gern in ihrem Schoß auf.
Die Religion von St. Scheffel und Raff bleibt nicht stehen. Sie verschafft ihren Gläubigen immer neue Lebensfreuden und Lebensinhalte, durch Anbieten stets neuer Artikel. Sie handelt insofern weise vorausschauend, als alle Glaubensartikel vorab schon eine begrenzte Lebensdauer haben.
Der Lohn ist die Aufnahme in den Kreis gleichgesinnter Glaubensgenossen, die ihre wohlwollende Anerkennung einander mit sicherem Blick an den zur Schau getragenen, erworbenen Artikeln, insbesondere Kleidungsstücken, erkennen.
Die Religion von St. Scheffel & Raff ist vorurteilsfrei, hier zählen weder Hautfarbe noch Rasse noch Geschlecht noch Alter noch Geburt – hier zählt einzig allein der Kontostand als Ausdruck und Gradmesser des Wertes einer Persönlichkeit.
Und selbst hier zeigt die Religion noch unerwartete Größe, indem sie nicht nur Zahlungsfähigkeit, sondern Zahlungswilligkeit honoriert: Wer das oberste Gebot, Kaufen, als alleinseligmachendes Sakrament anerkennt und zudem aufrichtigen Willen zur tiefsten Verschuldung bekundet, dem verschließt sie nicht die Pforten ihres Tempels und gewährt ihm Consumation, d.h. – Kredit. Um ihm wenigstens noch ein Weilchen den Aufenthalt im Kreis lebensfroher Verbraucher zu ermöglichen, ehe er denn freilich – nach Offenbarungseid und festgestellter Insolvenz – exkommuniziert und dem beschämenden Kreis schäbiger, weil zahlungsunfähiger Subjekte zugeordnet wird.
Denn einmal hat die Milde der Religion freilich doch ein Ende. Die Erzfeinde sind entweder zahlungsunfähig oder zahlungsunwillig. Ist in der selbstverschuldeten Zahlungsunfähigkeit des Insolventen ein deutlicher Hinweis auf den Unwert der Person zu sehen, so ist die in voller Absicht frech praktizierte Zahlungsunwilligkeit hingegen Todsünde, stellt sie doch die Grundpfeiler des Glaubens sowie den Lebensinhalt der frommen Praktizierenden dreist in Frage.
Nicht Kaufen ist Sünde! Sowohl im Falle des Nicht-Kaufen-Könnens als auch – erstrecht – im Falle des Nicht-Kaufen-Wollens. Des einen Versagen, des anderen Vergehen. Eins so schlimm wie das andere. Und beide, der Insolvente wie der Zahlungsunwillige, werden deswegen in gleicher Weise bestraft: durch strenge Ächtung und durch Verstoß aus der Gemeinschaft der Gläubigen (denn das Nicht-mehr-Dazugehören ist die strengste Strafe, die diese Religion zu vergeben hat).
Die Nichtdazugehörigen haben keinerlei Bedauern verdient und sind nun verdammt: zu einem schändlichen Leben inmitten überalteter, weil langlebiger Güter, zu untätiger Erholsamkeit, in welcher ihnen nichts anderes übrigbleibt, als sich (eigene!) Gedanken zu machen, (eigene!) Gefühle zu empfinden, ein sogenanntes „Nickerchen“ zu machen, sich von der Trauer um das Auto mit der Reparatur des Fahrrads und vom herben Verlust des Fernsehgerätes durch das Lesen (geliehener!) Bücher oder im Gespräch mit anderen Ausgestoßenen (in welchem die Wohltaten des Konsums ängstlich gemieden werden) ein armseliges, neidisches Vergnügen zu finden. Es bleiben ihnen nur klägliche Freuden, wie etwa das Lauschen auf den mit dem Makel des Unentgeltlichen behafteten Vogelsang oder – da zum Besuch von Freizeitparks das Geld fehlt – das Absolvieren von Spaziergängen in der sog. freien Natur, deren schäbiger Anblick durch keinerlei Preisschild ausgezeichnet ist. Und nicht zuletzt sind sie zum entlarvenden, beschämenden und stigmatisierenden Tragen unmodischer (womöglich gebrauchter!) Kleidungsstücke gezwungen und darüber hinaus dazu, sich von selbst zubereiteten Speisen kümmerlich ernähren zu müssen – eine Hölle! Die noch unerträglicher wird durch die allgegenwärtig plazierte Werbung, die ihnen täglich die paradiesischen Segnungen vor Augen führt, welche denjenigen zukommen, die sich vertrauensvoll in die Arme des Konsums begeben. Bilder, ergänzt durch wichtige Glaubenssätze, die ihnen zeigen, wie es sein könnte, was sie entbehren müssen, was ihnen entgeht und sie solcherart ihr drückendes Los um so drückender empfinden läßt. Mit Schaudern wendet man sich von diesen Schrecknissen ab.
Mag Zahlungsunfähigkeit ein Manko sein, das in der Unfähigkeit (Fähigkeit = Zahlungsfähigkeit) der Person ihren Grund hat, so ist Zahlungsunwilligkeit unmoralischer und asozialer Atheismus. Impliziert dieser willentlich begangene Glaubensabfall doch stillschweigend, daß man durch ihn allen in der artikelherstellenden Industrie Beschäftigten, vom Ingenieur über den Werbefachmann bis zur Verkäuferin, Lohn und Brot abspricht. Denkt an die Arbeitsplätze der Branche und kauft Autos. Denkt an die Arbeitsplätze der Branche und führt Krieg. Denkt am besten gar nicht erst, sondern kauft gleich. Ein „Das habe ich ja nicht gewußt“ zeugt von leichtfertiger Kurzsichtigkeit und ist kaum entschuldbar. Über die dem Konsumenten Freuden (sprich: Artikel) schenkende (sprich: zum Kauf anbietende) Eigenschaft hinaus erweist sich Konsum also genau besehen in seinem innersten Wesen als hohe sittliche Kraft und gesellschaftliche Verantwortlichkeit, die das Fundament unserer Gesellschaft sichert – und der sich zu entziehen von erschreckender Gewissenlosigkeit zeugt.

Empfangskomitee

Der Empfang des neuen Mitbewohners war vorbereitet. Auf dem Tisch hielt sich das Komitee bereit. Ein hübscher Kieselstein, ein Stück Schwemmholz, sowie der dicke Bildband über Yves Saint-Laurent, Jacques Lin, Leben mit dem Floß, die Gesamtausgabe der Werke Edward Goreys (etwas voluminös, wie ich zugebe), Francis Hallé, Eloge de la Plante, Louis Aragon, Matisse. Roman. Den musikalischen Rahmen bildet Cavallis Giasone. „Quest’e il giorno prefisso ...“. Und nun der Neuankömmling: „Tausend Plateaus“. Herzlich willkommen!

Hausaufgaben

Diesmal was Leichtes: Sündigen Sie mal.

Ihr
Rainer Braune

 

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© Rainer Braune, 2006-2014 | Impressum
Stand: 25. Februar 2014