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Celeri 43 - September 2009
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Endlich

Hausaufgaben

(Anm.: Celeri Ausgabe 44 erscheint Anfang Oktober 2009)

 

Endlich

Es ist die Musik, die erlauchte, mit ihren vermeintlich unendlichen Möglichkeiten der Variation ihrer Bestandteile, nicht gar so unendlich, wie wir vermeinen und wünschen - - -
Jede Musik, die erlauchte nicht anders als die gewöhnliche, dem Bedarfe der Gewöhnlichen als belärmende Tanz- oder Fraßgelageuntermalung dienende, besteht aus einer gewissen Anzahl von Ingredienzien, deren Kombinationen die unterschiedlichsten Arten der Stile, sowohl der verschiedenen Zeiten wie der verschiedenen Länder, bestimmt. Diese Ingredienzien sind mannigfaltig, und noch mannigfaltiger sind deren Kombinationen. Da sind die Tonhöhen und –längen, die Harmonien und Rhythmen, die unterschiedlichen Instrumente, ja selbst die unterschiedliche Dauer der Zeiträume, in denen die Musik abwesend scheint, nämlich der Pausen; aus all diesem setzt sich das zusammen, was wir „Musik“ zu nennen gewohnt sind. Und schon geringfügige Abweichungen vom Gewohnten ergeben einen Musikstil, den wir als ungewohnt, neuartig, und womöglich auch als falsch empfinden.
Doch nur größere Veränderungen finden Beachtung. Niemand hat Verlangen danach, ein und dasselbe Menuett in allen Tonarten zu hören, obwohl dies zweifellos zu den zahlreichen Variationen der Musik zu rechnen ist. Der Liebhaber wird, von zweien sich allzu ähnlichen Menuetten, stets dem gefälligeren seine Gunst schenken. Die scheinbare Fülle der Varianten verringert sich allein hierdurch schon erheblich. Und schon zuvor bemüht sich ein jeder Compositeur, Ähnlichkeiten mit bisherigen Kompositionen zu vermeiden, und vielmehr solche aufzusetzen, die von den bislang bekannten sich deutlich abheben, und die man als seine ganz und gar eigenen Schöpfung erkennen möge und welche durch allerlei Neuheiten das Ohr überraschen und erfreuen.
Längst bevor alle Varianten einer Musik erdacht und niedergeschrieben sind, in dem Momente, wo die Kompositionen anfangen, einander zu ähneln, weil mit den jeweiligen Zutaten schon allzu viel Ähnliches gesagt wurde, wendet sich jedes Zeitalter einem neuen Stile zu. Und auch wenn anfangs diese neuen Klänge Manchem nicht nur ungewohnt, sondern falsch und mißtönend erscheinen, so zeigt sich bald der Unterschied zum vorhergegangenen Stile als so gering, daß er von noch späteren Menschen kaum mehr wahrgenommen werden kann.
Die Kombinationen aller Bestandteile der Musik sind zwar unvorstellbar mannigfaltig, ja, wie uns manche glauben machen wollen, scheinen gar unendlich zu sein - - -
Da sie in Wahrheit aber doch begrenzt sind, so wie alles Irdische sein Ende und seine Grenze hat, wird eben dadurch, daß es uns unerläßlich scheint, von Zeit zu Zeit die Musik durch frische Anwendung der Zutaten zu erneuern, eines Tages unweigerlich etwas Wirklichkeit geworden sein, was uns heutzutage eine ungeheuerliche Vorstellung ist: daß einmal alle Möglichkeiten der Erneuerung aufgebraucht sein werden, daß alle Bestandteile der Musik miteinander kombiniert sein werden, und daß, da der Musik keine neuen Ingredienzien hinzuwachsen können, ohne daß sie aufhört, „Musik“ genannt werden zu können, die Musik an ihrem Ende angelangt sein wird – denn das Ende ihres Wachstums, ihrer Weiterentwicklung ist zweifellos ihr Ende selbst.
Die Komponisten werden feststellen, daß alles, was sie niederschreiben, auch wenn es ihnen etwas ganz und gar Neuartiges zu sein dünkt, daß all dies, sage ich, bereits schon einmal erfunden worden war - - - Ich danke Gott, daß ich kein Bewohner jener hoffentlich noch fernen und zweifelsohne mißlichen Zeit bin.
Jean-Philippe Rameau, 1744

Hausaufgaben

Sommerferien! Hausaufgabenfrei.

Ihr
Rainer Braune

 

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Stand: 25. Februar 2014